Dicke Luft in Beijing
Ein Gastbeitrag von Henning Hünteler
Was als erstes auffällt, wenn man im Sommer aus dem Flugzeug in Beijing oder Shanghai steigt ist, dass chinesische Luft weiß ist. An den meisten Sommertagen sieht Beijing aus wie eine deutsche Stadt am frühen Herbstmorgen. Über der ganzen Stadt liegt ein weißer Schleier, der es nicht erlaubt weiter als 300 m zu sehen. Der Unterschied ist, dass die deutsche Herbstluft kalt und feucht ist, die chinesische warm und schwül. Kein Nebel liegt über der Stadt, sondern dichter, weißer Smog. Woher er kommt kann ich nicht sagen. Die Ursachen dürften vermutlich am fehlenden Wind im Sommer liegen, am enormen Stromverbrauch durch die vielen Klimaanlagen, Fabriken in und um die Stadt herum, den vielen Autos, der sorglosen Art mit Energie umzugehen. Diese Liste ließe sich wohl noch lange fortsetzen, aber eigentlich möchte ich mir nicht übermäßig Gedanken darüber machen, was ich da Tag für Tag einatme. Dabei ist der Smog gar nicht mal das schlimmste. Im Frühjahr bläst der Wind aus der nahe gelegenen Wüste Sand in die Stadt und die Luft färbt sich gelb. Knirschen in den Zähnen und eine feine Staubschicht auf der ganzen Stadt sind da wohl nur die harmloseren Auswirkungen.
