China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Menschenrechtsverletzungen in China – Die Rolle multinationaler Konzerne

April 22, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Menschenrechte, Wirtschaft 14 Kommentare →

Ein Gastbeitrag von Jochen Gottwald

Während der Proteste der letzten Wochen gegen China habe ich eine zentrale Frage schmerzlich vermisst: „Wie schafft es die chinesische Führung, die eigene Bevölkerung ruhig zu halten?“ Das im Westen gern als Wirtschaftswunderland verschriene China wird noch immer als Januskopf wahrgenommen. Auf der einen Seite die florierende und boomende Wirtschaft, auf der anderen Seite das tödlich totalitäre Regime. Hätte es nach Francis Fukuyamas wirtschaftsliberaler Theorie vom Ende der Geschichte nicht schon längst verschwinden müssen? „Zunehmender Wohlstand gleich zunehmende Partizipation“, das Credo des politisch motivierten Wirtschaftsliberalismus… bei China scheint es in brutalst möglicher Weise versagt zu haben.

Versetzen wir uns zurück in eine der heißesten Phasen des Kalten Krieges, den Beginn der 80er Jahre. China, das politisch längst mit der Sowjetunion gebrochen hatte, war zu diesem Zeitpunkt ein politischer Riese und ein wirtschaftlicher Zwerg. Mit ebenso brachialer Gewalt, wie Mao zuvor das Land in der Kulturrevolution an den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Abgrund geführt hatte, verordnete Deng dem Land nun die staatlich gelenkte Wirtschaftsliberalisierung. Wirtschaftliche Kollektivierung wurde aufgehoben, Preise wurden freigesetzt, Reichtum wurde „in“. Der Anteil der chinesischen Bevölkerung, der unter dem Existenzminumum lebt, wurde von ca. 50% im Jahr 1980 auf ca.10% im Jahr 2000 gesenkt. So zumindest die offiziellen Zahlen, mit denen sich unsere Global Player gerne brüsten, sobald Kritik an ihren Billigproduktionsstandorten laut wird.

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