China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Religiöse Verfolgung in Tibet wird verschärft

November 29, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Tibet 1 Kommentar →

Im Vorfeld gab es schon viele Befürchtungen, die Verfolgung und Unterdrückung der Tibeter würde nach den Olympischen Spielen wieder wie gehabt fortgeführt. Alle Anzeichen sprechen jetzt dafür, dass der Sport keine Besserung für die Minderheiten gebracht hat. Dass die Verhandlungen über eine Autonomie von Anfang an eine Farce waren, war zu erwarten und so wundert es nun leider kaum, dass nach dem Scheitern der Gespräche mit unterminderter Härte gegen das tibetische Volk vorgegangen wird. So wurde laut IGFM beispielsweise der 81-jährige Paljor Norbu in der vergangenn Woche ohne triftigen Grund verhaftet:

Am 31. Oktober wurde Paljor Norbu (81 J.) von der Volkspolizei in Lhasa festgenommen. Weil er schon früher eine Haftstrafe verbüßen musste, drohen ihm jetzt bis zu sieben Jahre Haft. Wo er gefangen gehalten wird, ist unbekannt. Als Buchdrucker betrieb Paljor Norbu am Pilgerpfad Barkhor eine kleine Druckerei, in der seit Generationen buddhistische Texte für Klöster hergestellt wurden. Bevor dieses Geschäft vom chinesischen Sicherheitsdienst geschlossen wurde, beschlagnahmten die Beamten die hölzernen Druckstöcke. Dieses Beispiel zeigt, dass nun auch massiv gegen Tibeter vorgegangen wird, die nicht direkt an den Aufständen in diesem Frühjahr beteiligt waren, aber der Beihilfe verdächtigt werden.

Free Tibet berichtete außerdem, dass das schlichte Zeigen von Gebetfahnen jetzt unter Strafe gestellt wird.

Mieses Karma schuld an Erdbeben?

Mai 29, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein 2 Kommentare →

Die arme Sharon Stone. Da philosophiert sie offenherzig vor sich hin, ob es nicht möglicherweise eine Strafe “Gottes”, sie nannte es Karma, weil sie offenbar eher dem Buddhismus zugeneigt ist, ist, dass China von mehreren Erdbeben getroffen wurde. Und schon wird sie angegriffen und muss sich für ihre “unangemessenen Worte” entschuldigen.

Dabei ist die Meinung, dass eigenes Handeln zu unmittelbaren Folgen des Schicksals führen wird durchaus weit verbreitet. Schon unsere Eltern sagten doch früher gern “Iss Deinen Teller leer, sonst wird es schlechtes Wetter geben.” Sowas prägt nachhaltig. Oder auch “Kleine Sünden bestraft der Herrgott sofort.” Welcher Spross des Bürgertums hat das noch nie gehört?

Im konkreten Fall kommt noch hinzu, dass es offenbar tatsächlich in der bäuerlichen Landbevölkerung Chinas einen tief verwurzelten Aberglauben gibt, der besagt, dass der Himmel jedes Mal, wenn eine Dynastie ihr himmlisches Mandat verspielt hat, ein Zeichen sendet. Tatsächlich starb kurz nach dem Ende der Beben von Tangshan 1976 Mao Tse-Tung und beendete damit die Mao-Dynastie. Auch hierzulande werden besonders die evengelikalen Freikirchen nicht müde, zu betonen, dass Naturkatastrophen stets Strafen Gottes für – na ja, eben – Gottlosigkeit sind und fordern bei jedem Anlass entsprechend zur Hinwendung, zum Worship auf.

Insofern liegt Frau Stone mit ihrer etwas unbedachten Äußerung nicht etwa im Abseits, sondern mitten in der öffentlichen Meinung, auch wenn die intellektuellen Eliten sowas nicht gern hören und die chinesischen Machthaber es spätestens seit 1976 ums Verrecken nicht hören wollen. Schauen wir mal, was passiert…