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	<title>China-Watchblog &#187; Paris</title>
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	<description>Eine Diktatur unter Beobachtung</description>
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		<title>Besonnenheit und M&#228;&#223;igung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Background einer westlichen Erziehung und randgef&#252;llt mit teils sogar &#252;berzogenen Vorstellungen, wie pers&#246;nliche Freiheitsrechte ausgestaltet sein m&#252;ssen, l&#228;sst sich China im Handumdrehen in Bausch und Bogen verdammen. Sehr schnell sind die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele 2008 mit Regimetreuen gleichgesetzt und die Pro-Tibet-Aktivisten gehen weitgehend kritiklos als das personifizierte Gute durch. So einfach sollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Mit dem Background einer westlichen Erziehung und randgef&#252;llt mit teils sogar &#252;berzogenen Vorstellungen, wie pers&#246;nliche Freiheitsrechte ausgestaltet sein m&#252;ssen, l&#228;sst sich China im Handumdrehen in Bausch und Bogen verdammen. Sehr schnell sind die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele 2008 mit Regimetreuen gleichgesetzt und die Pro-Tibet-Aktivisten gehen weitgehend kritiklos als das personifizierte Gute durch. So einfach sollte man sich jedoch weder die eine, noch die andere Beurteilung machen. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele sind, soweit es sich um im Ausland lebende, beispielsweise studierende Chinesen handelt, vermutlich in ihrer absoluten &#220;berzahl einfach Menschen, die sich dar&#252;ber freuen, dass die Spiele in ihrem Heimatland stattfinden. Das ist in keiner Weise inakzeptabel, noch sonstwie kritikw&#252;rdig. Es ist vielmehr zutiefst verst&#228;ndlich.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Auch die &#220;berzeugung, dass man die Spiele nicht mit politischen Fragestellungen vermischen sollte, ist nicht ungew&#246;hnlich. Besonders dann nicht, wenn man bedenkt, dass die Trennung scheinbar homogen zu betrachtender Vorg&#228;nge und Abl&#228;ufe auch im Westen seit langem Usus ist. Ich erinnere beispielhaft an den Friedensnobelpreis f&#252;r Jasir Arafat. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele an dem gegebenen Austragungsort sind indes ebenfalls nicht in G&#228;nze von moralisch-ethisch einwandfreien Motivationen und eben solchen Verhaltensweisen gepr&#228;gt. Die durchaus deutlich gewaltsamen Protestaktionen im Rahmen des Fackellaufes, auch wenn man gern die Reinheit der Zielsetzung bef&#252;rworten will (sich dabei aber irren k&#246;nnte), k&#246;nnen nach westlichen Vorstellungen von angemessener, demokratischer Meinungs&#228;u&#223;erung keinesfalls als akzeptables Mittel zum Zweck durchgehen. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Insbesondere die k&#246;rperlichen &#220;bergriffe auf die paralympische Fechterin </span><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jin_Jing"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Jin Jing</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">, die in Paris die Fackel im Rollstuhl sitzend trug, sind auf das Schwerste zu verurteilen. Demonstranten hatten &#8211; letztlich erfolglos &#8211; versucht, der Behinderten die Fackel gewaltsam zu entrei&#223;en und sie dabei an Gesicht und Beinen verletzt. In China wird Jin Jing deshalb als </span><a href="http://torchrelay.beijing2008.cn/en/torchbearers/headlines/n214298691.shtml"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Heldin</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE"> verehrt. Die Staatsmedien bezeichnen sie als den &#8220;</span><a href="http://torchrelay.beijing2008.cn/en/torchbearers/headlines/n214299534.shtml"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">l&#228;chelnden Engel im Rollstuhl</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">&#8221; und nutzen den Vorfall gezielt zur Propaganda. Zu Recht, m&#246;chte ich anf&#252;gen, wenn auch sicherlich in dieser Hinsicht </span><a href="http://sport.guardian.co.uk/breakingnews/feedstory/0,,-7454494,00.html"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">offenbar &#252;bertrieben</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE"> wird, wobei sich Frau Jing stets sehr gem&#228;&#223;igt und menschlich &#228;u&#223;ert. Westliche Medien haben den Vorfall in der Regel nicht einmal aufgegriffen.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Resetted man seinen bisherigen Meinungsmesser bezogen auf Peking 2008 einmal und denkt neu &#252;ber das Thema nach, stellt man relativ schnell fest, dass hier mindestens ein Medienkrieg zu beginnen, wenn nicht gar in vollem Gange zu sein scheint. Gef&#252;hrt mit allem, was Medien widerlich macht. Falsche Berichterstattung, wie diejenige &#252;ber die mindestens 1,90 Meter gro&#223;en Mordmaschinen in den blauwei&#223;en Trainingsanz&#252;gen mit den mysteri&#246;sen G&#252;rteltaschen, weglassende Berichterstattung, wie das Ignorieren der &#220;bergriffe auf eine behinderte Sportlerin. Auf der chinesischen Seite dann die v&#246;llige &#220;berh&#246;hung desselben Vorfalles, die religi&#246;s-motivierte Rhetorik mit Begriffen wie Blasphemie oder die Schm&#228;hung westlicher Zeitungen als &#8220;</span><a href="http://www.n-tv.de/Kritik_aus_China_Goebbels_NaziMedien/270320084818/939881.html"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Goebbels Nazi-Medien</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">&#8220;.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Es ist selbst f&#252;r klar denkende Westeurop&#228;er mit einigerma&#223;en scharfem Verstand schwer, sich dieser Manipulationsmaschinerie nachhaltig besonnen zu widersetzen. Gelogen wird immerhin auf beiden Seiten. Wie so h&#228;ufig liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Daf&#252;r spricht zumindest die Statistik.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Diese Betrachtung ist nicht ganz risikolos, kann sie doch falsch sein. Aber sie erlaubt uns wenigstens ein Festhalten an </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kardinaltugend"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Kardinaltugenden</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">. So bleibt man bei alldem Mensch.</span></p>
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