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	<title>China-Watchblog &#187; Fackellauf</title>
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	<description>Eine Diktatur unter Beobachtung</description>
	<lastBuildDate>Mon, 20 Jul 2009 19:29:00 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Besonnenheit und M&#228;&#223;igung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 14:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Background einer westlichen Erziehung und randgef&#252;llt mit teils sogar &#252;berzogenen Vorstellungen, wie pers&#246;nliche Freiheitsrechte ausgestaltet sein m&#252;ssen, l&#228;sst sich China im Handumdrehen in Bausch und Bogen verdammen. Sehr schnell sind die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele 2008 mit Regimetreuen gleichgesetzt und die Pro-Tibet-Aktivisten gehen weitgehend kritiklos als das personifizierte Gute durch. So einfach sollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Mit dem Background einer westlichen Erziehung und randgef&#252;llt mit teils sogar &#252;berzogenen Vorstellungen, wie pers&#246;nliche Freiheitsrechte ausgestaltet sein m&#252;ssen, l&#228;sst sich China im Handumdrehen in Bausch und Bogen verdammen. Sehr schnell sind die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele 2008 mit Regimetreuen gleichgesetzt und die Pro-Tibet-Aktivisten gehen weitgehend kritiklos als das personifizierte Gute durch. So einfach sollte man sich jedoch weder die eine, noch die andere Beurteilung machen. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die Bef&#252;rworter der olympischen Spiele sind, soweit es sich um im Ausland lebende, beispielsweise studierende Chinesen handelt, vermutlich in ihrer absoluten &#220;berzahl einfach Menschen, die sich dar&#252;ber freuen, dass die Spiele in ihrem Heimatland stattfinden. Das ist in keiner Weise inakzeptabel, noch sonstwie kritikw&#252;rdig. Es ist vielmehr zutiefst verst&#228;ndlich.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Auch die &#220;berzeugung, dass man die Spiele nicht mit politischen Fragestellungen vermischen sollte, ist nicht ungew&#246;hnlich. Besonders dann nicht, wenn man bedenkt, dass die Trennung scheinbar homogen zu betrachtender Vorg&#228;nge und Abl&#228;ufe auch im Westen seit langem Usus ist. Ich erinnere beispielhaft an den Friedensnobelpreis f&#252;r Jasir Arafat. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele an dem gegebenen Austragungsort sind indes ebenfalls nicht in G&#228;nze von moralisch-ethisch einwandfreien Motivationen und eben solchen Verhaltensweisen gepr&#228;gt. Die durchaus deutlich gewaltsamen Protestaktionen im Rahmen des Fackellaufes, auch wenn man gern die Reinheit der Zielsetzung bef&#252;rworten will (sich dabei aber irren k&#246;nnte), k&#246;nnen nach westlichen Vorstellungen von angemessener, demokratischer Meinungs&#228;u&#223;erung keinesfalls als akzeptables Mittel zum Zweck durchgehen. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Insbesondere die k&#246;rperlichen &#220;bergriffe auf die paralympische Fechterin </span><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jin_Jing"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Jin Jing</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">, die in Paris die Fackel im Rollstuhl sitzend trug, sind auf das Schwerste zu verurteilen. Demonstranten hatten &#8211; letztlich erfolglos &#8211; versucht, der Behinderten die Fackel gewaltsam zu entrei&#223;en und sie dabei an Gesicht und Beinen verletzt. In China wird Jin Jing deshalb als </span><a href="http://torchrelay.beijing2008.cn/en/torchbearers/headlines/n214298691.shtml"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Heldin</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE"> verehrt. Die Staatsmedien bezeichnen sie als den &#8220;</span><a href="http://torchrelay.beijing2008.cn/en/torchbearers/headlines/n214299534.shtml"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">l&#228;chelnden Engel im Rollstuhl</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">&#8221; und nutzen den Vorfall gezielt zur Propaganda. Zu Recht, m&#246;chte ich anf&#252;gen, wenn auch sicherlich in dieser Hinsicht </span><a href="http://sport.guardian.co.uk/breakingnews/feedstory/0,,-7454494,00.html"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">offenbar &#252;bertrieben</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE"> wird, wobei sich Frau Jing stets sehr gem&#228;&#223;igt und menschlich &#228;u&#223;ert. Westliche Medien haben den Vorfall in der Regel nicht einmal aufgegriffen.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Resetted man seinen bisherigen Meinungsmesser bezogen auf Peking 2008 einmal und denkt neu &#252;ber das Thema nach, stellt man relativ schnell fest, dass hier mindestens ein Medienkrieg zu beginnen, wenn nicht gar in vollem Gange zu sein scheint. Gef&#252;hrt mit allem, was Medien widerlich macht. Falsche Berichterstattung, wie diejenige &#252;ber die mindestens 1,90 Meter gro&#223;en Mordmaschinen in den blauwei&#223;en Trainingsanz&#252;gen mit den mysteri&#246;sen G&#252;rteltaschen, weglassende Berichterstattung, wie das Ignorieren der &#220;bergriffe auf eine behinderte Sportlerin. Auf der chinesischen Seite dann die v&#246;llige &#220;berh&#246;hung desselben Vorfalles, die religi&#246;s-motivierte Rhetorik mit Begriffen wie Blasphemie oder die Schm&#228;hung westlicher Zeitungen als &#8220;</span><a href="http://www.n-tv.de/Kritik_aus_China_Goebbels_NaziMedien/270320084818/939881.html"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Goebbels Nazi-Medien</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">&#8220;.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Es ist selbst f&#252;r klar denkende Westeurop&#228;er mit einigerma&#223;en scharfem Verstand schwer, sich dieser Manipulationsmaschinerie nachhaltig besonnen zu widersetzen. Gelogen wird immerhin auf beiden Seiten. Wie so h&#228;ufig liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Daf&#252;r spricht zumindest die Statistik.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Diese Betrachtung ist nicht ganz risikolos, kann sie doch falsch sein. Aber sie erlaubt uns wenigstens ein Festhalten an </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kardinaltugend"><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Kardinaltugenden</span></a><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">. So bleibt man bei alldem Mensch.</span></p>
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		<title>Gesicherte Meldungen und berechtigte Vermutungen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 09:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuerst die Meinung: Der gestrige Fackellauf in San Francisco wird als Kapitulation der westlichen Freiheitsrechte gegen die chinesische Menschenrechtspolitik in die Geschichte eingehen. Mit gr&#246;&#223;erer Feigheit h&#228;tte man dem Problem nicht entgegen treten k&#246;nnen. Anstatt den Fackellauf heimlich durch mehrere, quasi menschenleere Stadtteile zu leiten und die Abschlussfeier abzusagen, w&#228;re eine Gesamtabsage ehrlicher gewesen. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="de-DE">Zuerst die Meinung: Der gestrige Fackellauf in San Francisco wird als Kapitulation der westlichen Freiheitsrechte gegen die chinesische Menschenrechtspolitik in die Geschichte eingehen. Mit gr&#246;&#223;erer Feigheit h&#228;tte man dem Problem nicht entgegen treten k&#246;nnen. Anstatt den Fackellauf heimlich durch mehrere, quasi menschenleere Stadtteile zu leiten und die Abschlussfeier abzusagen, w&#228;re eine Gesamtabsage ehrlicher gewesen. Ein Versteckspiel mit dem olympischen Feuer zu veranstalten ist in jeder Hinsicht unw&#252;rdig.</span><span lang="de-DE"></span></p>
<p><span lang="de-DE">Jetzt die gesicherten Meldungen. Nachdem der Lauf planm&#228;&#223;ig gestartet war, lief der erste L&#228;ufer in eine Lagerhalle. Von dort fuhr eine Motorradeskorte los, der Fackeltr&#228;ger ward aber nicht mehr gesehen. In ungef&#228;hr zwei Kilometer Entfernung wurde die Flamme dann dem n&#228;chsten L&#228;ufer &#252;bergeben. Die urspr&#252;nglich rund 10 Kilometer lange Route wurde um rund die H&#228;lfte verk&#252;rzt, die Abschlussfeier wurde abgesagt und die Fackel wurde am Ende des Laufes direkt zum Flughafen gebracht. &#220;ber die massive &#196;nderung der Route wurden nicht nur Demonstranten nicht informiert, sondern auch keinerlei Medienvertreter. Es gibt entsprechend nahezu keine Bilder des gloriosen Fackellaufes durch San Francisco.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Den pro-tibetischen Demonstrantengruppen entlang des Embarcadero stand eine &#252;berraschend gro&#223;e Zahl pro-chinesischer Demonstranten gegen&#252;ber. Laut San Francisco Chronicle stellten die pro-chinesischen Demonstranten das gr&#246;&#223;te Kontingent. Nanu? Die Antwort ist einfach:</span></p>
<blockquote>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">The largest contingent was made up of Chinese supporters who lined police barricades for several blocks north and south of the Ferry Building with billowing red flags. Several said they </span><span style="font-weight: bold" lang="de-DE">had been bused in</span><span lang="de-DE"> by the Chinese government or sports groups. Nearly 400 people gathered near Pier 39, including </span><span style="font-weight: bold" lang="de-DE">five busloads of torch supporters</span><span lang="de-DE"> who said they </span><span style="font-weight: bold" lang="de-DE">had been brought in</span><span lang="de-DE"> from Sacramento by the Chinese Consulate and a cultural group, the Organization of Chinese Americans. The Northern California Chinese Cultural Athletics Federation </span><span style="font-weight: bold" lang="de-DE">brought 20 buses with more than 1,000 people</span><span lang="de-DE"> from the South Bay and East Bay.<em> [Quelle: San Francisco Chronicle, heutige Ausgabe]</em></span></p>
</blockquote>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">F&#252;r alle des Englischen weniger M&#228;chtigen in Kurzform. Das Kontingent war deshalb so gro&#223;, weil die chinesische Regierung &#252;ber das Konsulat und diesem nahestehende Verb&#228;nde daf&#252;r gesorgt hatte, dass Dutzende Busladungen Regierungstreuer aus dem Umland an den Ort des Geschehens transportiert wurden. </span></p>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">Jetzt eine berechtigte Vermutung. Die China-Unterst&#252;tzer waren offenbar vorher gebrieft worden, (jetzt das Warum) denn sie gingen nach Ankunft sofort in die Ketten. So benutzten sie ihre in &#252;berraschend gro&#223;en St&#252;ckzahlen vorhandenen Flaggen als Schlagwaffen gegen die pro-tibetische Symbolik wie Banner und Fahnen und zeigten sich verbal h&#246;chst aggressiv gegen die Chinakritiker. Offenbar wollte man f&#252;r das chinesische Staatsfernsehen Bilder des &#220;berwiegens der pro-chinesischen &#8220;Volkesmeinung&#8221; produziert wissen.</span></p>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">Wieder ein Fakt. Zumindest in der N&#228;he des Veranstaltungsortes der geplanten Abschlussfeier lie&#223; die &#246;rtliche Polizei keinerlei pro-tibetische Demonstranten zu. Diese wurden sozusagen deportiert, wie beispielswiese Katherine Strickland, eine Einwohnerin San Franciscos, deren Vergehen darin bestand ein Schild mit der Aufschrift &#8220;Boycott China&#8221; hochzuhalten. </span></p>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">&#8220;I thought we were free to demonstrate on the street in San Francisco,&#8221; she said.</span></p>
<p dir="ltr" style="text-align: left"><span lang="de-DE">So kann man sich irren.</span></p>
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		<title>Reduzierte Berichterstattung</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Apr 2008 21:19:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich will das wirklich nicht auswalzen oder &#252;berbewerten. Allerdings ist mir in den letzten Tagen in der Berichterstattung vor allem deutscher, aber auch internationaler Medien aufgefallen, dass die medialen Aussagen eher schwammig, jedenfalls diffus bleiben.

Die Demonstrantenzahlen werden stets mit einigen Hundert oder einigen Tausend angegeben. Bei jedem anderen Event wird krampfhaft versucht genau zu sch&#228;tzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich will das wirklich nicht auswalzen oder &#252;berbewerten. Allerdings ist mir in den letzten Tagen in der Berichterstattung vor allem deutscher, aber auch internationaler Medien aufgefallen, dass die medialen Aussagen eher schwammig, jedenfalls diffus bleiben.</p>
<ul>
<li>Die Demonstrantenzahlen werden stets mit einigen Hundert oder einigen Tausend angegeben. Bei jedem anderen Event wird krampfhaft versucht genau zu sch&#228;tzen. Wieso nicht in diesem Fall? Weil die Zahl sonst zu hoch w&#228;re?</li>
<li>Im Original englischsprachige Aussagen werden verharmlosend &#252;bersetzt. So hat beispielsweise in Deutschland keine Zeitung die Aussagen der chinesischen Offiziellen zur &#8220;heiligen Flamme&#8221; und zur &#8220;Gottesl&#228;sterung&#8221; wortgleich gemeldet. Warum nicht? Warum will man anscheinend die religi&#246;s-radikal motivierte Wortwahl verschleiern?</li>
<li>Eine 14-J&#228;hrige hat ihre Teilnahme am heutigen Fackellauf in San Francisco aus nachvollziehbarer Angst abgesagt. Gemeldet wurde in deutschen Medien, ein L&#228;ufer h&#228;tte aus Sicherheitsgr&#252;nden seine Teilnahme gecancelt. Dabei w&#228;re doch sicherlich die Altersangabe wichtig f&#252;r die Einordnung der Bedeutsamkeit des Vorgangs gewesen. (Update: Noch zwei weitere Teilnehmer haben abgesagt. N&#228;heres wei&#223; ich dazu noch nicht.)</li>
<li>Zur Stunde l&#228;uft der Fackellauf in San Francisco. Weder deutsche, noch amerikanische Medien berichten synchron von den Geschehnissen vor Ort. Man muss Blogs nutzen, um zu erfahren, dass in SF offenbar chinesische Offizielle Pro-Demonstranten mit Bussen in die Region karren lassen. Au&#223;erdem erf&#228;hrt man auf diese Weise auch, dass es entgegen den bisherigen Aussagen der Stadtverwaltung San Franciscos gro&#223;e abgesperrte Bereiche des Weges gibt, in denen sich ausschlie&#223;lich pro-chinesische Demonstranten aufhalten d&#252;rfen. Hmm.</li>
</ul>
<p>So ist sie, die Welt der konventionellen Medien.</p>
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		<title>Bedenklich, aber bedenkenswert</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Apr 2008 15:12:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist sicherlich nicht &#252;bertrieben, zu konstatieren, dass in den westlichen Staaten die Diskussion um einen generellen Olympia-Boykott an Lautst&#228;rke und Vehemenz gewinnt. Auch ich habe mich in den letzten Wochen teils recht eindeutig in dieser Frage positioniert.
Vielleicht sollte man aber doch das Augenmerk, abseits jeglicher moralisch-ethischer Grunds&#228;tzlichkeit, auf die tats&#228;chlichen und potenziellen Opfer des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="de-DE">Es ist sicherlich nicht &#252;bertrieben, zu konstatieren, dass in den westlichen Staaten die Diskussion um einen generellen Olympia-Boykott an Lautst&#228;rke und Vehemenz gewinnt. Auch ich habe mich in den letzten Wochen teils recht eindeutig in dieser Frage positioniert.</span><span lang="de-DE"></span></p>
<p><span lang="de-DE">Vielleicht sollte man aber doch das Augenmerk, abseits jeglicher moralisch-ethischer Grunds&#228;tzlichkeit, auf die tats&#228;chlichen und potenziellen Opfer des Pekinger Regimes richten. Soeben </span><a href="http://www.welt.de/politik/article1883572/Moenche_bestuermen_auslaendische_Journalisten.html"><span lang="de-DE">berichten</span></a><span lang="de-DE"> die internationalen Medien dar&#252;ber, dass es einer Gruppe von bis zu 50 tibetischen M&#246;nchen erneut gelungen ist, Kontakt zu einer Journalistendelegation aufzunehmen, die sich auf einer von der chinesischen Regierung organisierten Reise befindet. Zum zweiten Male innerhalb von zwei Wochen gelingt es also betroffenen Tibetern ihr Anliegen im Land an die noch sp&#228;rlich vertretene internationale Presse zu transportieren.</span></p>
<p><span lang="de-DE">K&#228;me es nun zu einem Boykott der Spiele, und wenn auch nur in der bereits diskutierten Form, dass keine Berichterstattung erfolgen w&#252;rde, mithin also auch kaum ausl&#228;ndische Journalisten ins Land reisten, w&#228;ren diese Kontakte schlichtweg nicht mehr m&#246;glich. Im anderen Falle w&#252;rden Tausende von Journalisten aus dem Ausland einreisen und h&#228;tten die bisher nie dagewesene M&#246;glichkeit, statt sich allein auf die Sportberichterstattung zu konzentrieren, die Zust&#228;nde im Land zu dokumentieren, den Betroffenen eine Stimme zu geben.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Durch die Vielzahl der Berichterstatter k&#246;nnte sich eine Lautst&#228;rke entwickeln, die es im besten Falle auf Dauer unm&#246;glich machte, das chinesische Menschenrechtsdebakel zu verschweigen. K&#246;nnte das nicht die chinesische Ausf&#252;hrung von &#8220;Wir sind das Volk!&#8221; werden?</span></p>
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		<title>Proteste w&#228;hrend des Fackellaufs zeigen Wirkung</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 10:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits in London und Paris wurde der Fackellauf empfindlich gest&#246;rt und hat die Demonstrationen und China-Proteste wieder vermehrt ins Bewusstsein der &#8211; zumindest westlichen &#8211; Welt gerufen. Insbesondere in Frankreich zeigte der Protest Wirkung, was sich auch am dreimaligen erl&#246;schen des olympischen Feuers eindrucksvoll dokumentierte. Und auch die blau-wei&#223; bekleideten Fackelbesch&#252;tzerbegleiter konnten nichts dagegen tun.
Nun, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in London und Paris wurde der Fackellauf empfindlich gest&#246;rt und hat die Demonstrationen und China-Proteste wieder vermehrt ins Bewusstsein der &#8211; zumindest westlichen &#8211; Welt gerufen. Insbesondere in Frankreich zeigte der Protest Wirkung, was sich auch am dreimaligen erl&#246;schen des olympischen Feuers eindrucksvoll dokumentierte. Und auch die blau-wei&#223; bekleideten Fackel<strike>besch&#252;tzer</strike>begleiter konnten nichts dagegen tun.</p>
<p>Nun, bevor es zur n&#228;chsten Station nach Amerika geht und auch dort bereits massive Proteste angek&#252;ndigt wurden, wird an offizieller Stelle &#252;ber einen Abbruch des Fackellaufs diskutiert. So jedenfalls ein Statment von Jacques Rogge, seines Zeichens IOC-Chef.</p>
<p>Das n&#228;chste Zeichen also.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wahrnehmungsst&#246;rungen</title>
		<link>http://www.chinawatchblog.de/wahrnehmungsstoerungen.html</link>
		<comments>http://www.chinawatchblog.de/wahrnehmungsstoerungen.html#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 08:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Fackell&#228;ufe in London und Paris sind bereits in die Geschichte eingegangen. Es steht zu erwarten, dass weitere massive Protestaktionen in westlichen Nationen stattfinden werden. In San Francisco bringen sich die Demonstranten bereits in Stellung&#8230;
Verst&#228;ndlicherweise reagiert die chinesische F&#252;hrung nicht mit Sympathie auf diese deutlichen Bekundungen der Stimmung in der westlichen Bev&#246;lkerung. Entsprechend sind Begriffe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fackell&#228;ufe in London und Paris sind bereits in die Geschichte eingegangen. Es steht zu erwarten, dass weitere massive Protestaktionen in westlichen Nationen stattfinden werden. In San Francisco bringen sich die Demonstranten bereits in Stellung&#8230;</p>
<p>Verst&#228;ndlicherweise reagiert die chinesische F&#252;hrung nicht mit Sympathie auf diese deutlichen Bekundungen der Stimmung in der westlichen Bev&#246;lkerung. Entsprechend sind Begriffe wie &#8220;Sabotage&#8221; zumindest akzeptabel. Man wei&#223; ja schlie&#223;lich, wer es sagt;)</p>
<p><a href="http://www.reuters.com/article/newsOne/idUSSP23296420080408?pageNumber=4%26virtualBrandChannel=10112%26sp=true">Nun aber</a> versteigen sich die chinesischen Offiziellen, sowie deren staatliche Verk&#252;ndigungsorgane vollends. Chinesische Zeitungen wie die &#8220;Global Times&#8221; melden &#8220;Frankreich hat die <strong>heilige</strong> Flamme nicht besch&#252;tzt!&#8221; und legen nach &#8220;Die Welt hat den  <strong>irrationalen Extremismus</strong> von Teilen des Westens &#8230; gesehen.&#8221; Sun Weide, der Sprecher des chinesischen Organisationskommittees, bezeichnete die Demonstrationen gar als &#8220;<strong>Blasphemie</strong>&#8220;.</p>
<p>Das olympische Feuer als heilig und Demonstrationen gegen den Fackellauf als Gottesl&#228;sterung <span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">zu bezeichnen, w&#252;rde man n&#252;chtern als Wahrnehmungsst&#246;rung einstufen und vergessen. Damit w&#252;rde man aber wohl die Intention Chinas missdeuten. Eine derart religi&#246;s motivierte Wortwahl kann nur das Ziel haben, die &#246;ffentliche Meinung in China weiter zu radikalisieren und l&#228;sst keinerlei Spielraum f&#252;r Hoffnungen auf eine Wende in der chinesischen Menschenrechtspolitik.</span></p>
<p>Aber auch im Westen gibt es Offizielle, die in ihrer Wahrnehmung der Vorg&#228;nge eingetr&#252;bt sind. Kevan Gosper, Pressechef des IOC, &#228;u&#223;erte, er sei &#8220;verzweifelt entt&#228;uscht&#8221; &#252;ber die Vorkommnisse. Nach seiner Auffassung haben die Demonstranten damit massiv ihrer eigenen Sache geschadet. Kein Wort dar&#252;ber, dass es auch dem Schutz der Symbolkraft der olympischen Fackel dienen k&#246;nnte, wenn man diese versucht, davor zu bewahren, dass sie in ein totalit&#228;res, an V&#246;lkermorden zumindest mittelbar beteiligtes Regime getragen wird.</p>
<p>Ich w&#252;nschte mir, dies w&#252;rde gelingen&#8230;</p>
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		<title>Die blauen Jungs</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 10:43:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dieter Petereit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Fackellauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Die chinesische Regierung &#252;berl&#228;sst nichts dem Zufall. Als am gestrigen Sonntag das olympische Feuer unter massiven Protesten durch London getragen wurde, traten erstmals offizielle &#8220;Fackelbegleiter&#8221; des chinesischen olympischen Kommittees in Erscheinung. Insgesamt &#252;ber 20 Herren in blau-wei&#223;en Anz&#252;gen mit Olympia-Kennzeichnung begleiteten den Fackellauf, indem sie einen menschlichen Schutzring um den jeweiligen Fackeltr&#228;ger bildeten und sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die chinesische Regierung &#252;berl&#228;sst nichts dem Zufall. Als am gestrigen Sonntag das olympische Feuer unter massiven Protesten durch London getragen wurde, traten erstmals offizielle &#8220;Fackelbegleiter&#8221; des chinesischen olympischen Kommittees in Erscheinung.</span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE"> Insgesamt &#252;ber 20 Herren in blau-wei&#223;en Anz&#252;gen mit Olympia-Kennzeichnung begleiteten den Fackellauf, indem sie einen menschlichen Schutzring um den jeweiligen Fackeltr&#228;ger bildeten und sich dabei, wie die Personensch&#252;tzer hoher Politiker per Knopf im Ohr untereinander verst&#228;ndigten. </span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Noch immer herrscht Unklarheit &#252;ber den Status dieser ungew&#246;hnlichen Sicherheitstruppe. Selbst die Londoner Offiziellen k&#246;nnen bis zur Stunde keine definitive Aussage treffen. Klar ist, dass die &#8220;Fackelbegleiter&#8221; keinerlei hoheitliche Gewaltbefugnisse hatten, was angesichts des Umstandes, dass der Fackellauf durch London ging, niemanden wirklich &#252;berraschen d&#252;rfte. Klar ist weiterhin, dass die &#8220;Blue Boys&#8221;, wie die englische Presse sie nennt, Teil der offiziellen chinesischen Delegation sind, die das olympische Feuer auf allen Wegteilen begleitet. </span></p>
<p><span id="more-20"></span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Nach Informationen des Guardian haben d</span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">ie Fackelbegleiter </span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">darauf zu achten, dass die Fackel intakt bleibt und das Feuer nicht ausgeht.  Dabei bewachen die blauen Jungs </span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">in Dreiergruppen </span><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">die Fackel auch nachts, wobei immer einer der Bewacher wach bleiben muss.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Dass die in Formation laufenden Blue Boys ihre Aufgabe sehr ernst nehmen, konnte gestern sogar der britische Premier Brown am eigenen Leibe erfahren. So stellten sich die Fackelbegleiter &#8211; wohl in Interpretation ihrer Schutzaufgabe &#8211; zwischen die Fotografen und die Fackel, die Brown zwecks Fototaking halten sollte. Auf diese Weise war den Journalisten eben diese T&#228;tigkeit nicht m&#246;glich. Unterschiedliche Quellen berichten &#252;bereinstimmend, dass es gewisser &#220;berredungsk&#252;nste bedurfte, die Blue Boys dazu zu bewegen, wenigstens f&#252;r die Dauer des Photoshootings zur Seite zu treten.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Auch als Siebenk&#228;mpferin Denise Lewis die Fackel direkt an den Gewichtheber Ali Jawad, einen Repr&#228;sentanten der Paralympics, weitergeben wollte, griffen die &#8220;Fackelbegleiter&#8221; ein. Die Frage nach dem Warum ist ungekl&#228;rt.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Aber nicht nur die blauen Jungs zeigten sich unnachgiebig, auch die Metropolitan Police lie&#223; sich offenbar von den Gepflogenheiten aus dem Reich der Mitte inspirieren. So wurde ein ansonsten friedlicher, tibetisch-st&#228;mmiger Demonstrant bereits deshalb festgenommen, weil er ein T-Shirt mit dem Aufdruck &#8220;China stop the killing&#8221; trug.</span></p>
<p><span xml:lang="de-DE" lang="de-DE">Die Times res&#252;miert treffend: &#8220;It was a public relations nightmare for London&#8230;&#8221;</span></p>
<p><sub>Hauptquellen:</sub><br />
<sub><a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/asia/article3695050.ece">Times: Beijing Olympics: hopes swiftly extinguished by violence and farce</a></sub><br />
<sub><a href="http://www.guardian.co.uk/world/2008/apr/07/olympicgames2008.china?gusrc=rss%26feed=worldnews">Guardian: China&#8217;s &#8216;flame attendants&#8217; and world&#8217;s most guarded relay</a></sub></p>
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