China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Macht Olympia-Sponsoring noch Sinn?

März 27, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele, Wirtschaft

Viele führende Wirtschaftsunternehmen stecken viel Geld in das Sponsoring der Olympischen Spiele. Teilweise sind es Sportartikelhersteller, teilweise Firmen, die viel Umsatz im chinesischen Markt machen. Dazu dann noch global agierende Firmen wie McDonalds oder CocaCola, die bei jeder Großveranstaltung dabei sind. Aber auch in Deutschland schmückt sich so manches Produkt zu gerne mit den Olympischen Ringen. Über eine Millarde Dollar wird die Summe der Sponsorengelder geschätzt, die an das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in Peking fliesst. Ein Boykott der Spiele wäre für alle diese Firmen ein GAU.

Mittlerweile dürfte sich aber für manche Firma langsam die Frage stellen, ob man mit einem Engagement bei Olympia nicht das Gegenteil von dem erreicht, was man ursprünglich wollte. Ich erinnere mich mal nur an die Dopingskandale im Radsport zurück. Wie schnell kam da eine Telekom, der Uhrenhersteller Festina oder der IT-Dienstleister CSC in Verruf. Sicherlich kann es sich kein Großkonzern leisten, von heute auf morgen seine Koffer in China zu packen. Zu stark sind die wirtschaftlichen Verflechtungen, zu bedeutend der Umsatz. Trotzdem werden auch sie immer mehr vom schlechten Image der Chinesen abbekommen. Und wenn noch mehr Nachrichten über Gewalt und Staatsterror nach Europa dringen, wird man sich auch bei den Olympiasponsoren überlegen müssen, ob man damit in Verbindung gebracht werden möchte.

Frankreichs Präsident Sarkozy zum Olympiaboykott

März 25, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele

Die Diskussion um einen Olympia-Boykott gewinnt an Fahrt und beschäftigt immer mehr hochrangige Politiker. Offensichtlich ist es fast nicht mehr machbar, Chinas eklatante Menschenrechtsverletzungen einfach so zu ignorieren.

Nun also Sarkozy, Frankreichs multimedialer Präsident. Er sprach sich heute dafür aus, über einen Boykott der Eröffnungsveranstaltung zur Olympiade intensiv nachzudenken.

Sarkozy weiter:

“Our Chinese friends must understand the worldwide concern that there is about the question of Tibet, and I will adapt my response to the evolutions in the situation that will come, I hope, as rapidly as possible”

Auf die Frage, ob Sarkozy einen Boykott der Spiele unterstützen würde, sagte er:

he could “not close the door to any possibility.”

Offensichtlich wächst der Druck, insbesondere ausgelöst durch fortgesetzte Aktionen der Chinesen in Tibet, die diese, trotz Ausweisung sämtlicher westlicher Journalisten, offensichtlich nicht heimlich, still und leise durchführen können.

u.a. via HUFFINGTON POST

Heidi Schüller zum Olympiaboykott

März 25, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele

Heute morgen gab es in Bayern 2 ein bemerkenswertes Interview mit Heidi Schüller. Die ehemalige Rekordhalterin über 100m Hürden sprach 1972 in München den olympischen Eid. zum Ende des Interviews bringt sie es kurz und prägnant auf den Punkt, warum der DOSB gegen den Olympiaboykott ist.

zum Podcast

Yang Chunlin muss für 5 Jahre ins Gefängnis

März 24, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Menschenrechte, Olympische Spiele

Yang Chunlin hatte für einen offenen Brief mit dem Titel “Wir wollen Menschenrechte, nicht die Olympischen Spiele” mehr als zehntausend Unterschriften gesammelt. Er setzte sich auch für die Rechte enteigneter Bauern ein, um für diese Entschädigungen zu erwirken. Zu keinem Zeitpunkt hatte er zu irgendeiner Form der Gewalt aufgerufen. Für diese Vergehen wurde er wegen “Untergrabung der Staatsmacht” angeklagt und heute in einem 30-minütigen Prozess zu fünf Jahre Gefängnis verurteilt.

Quelle: Netzzeitung

China gibt Einsatz von Schusswaffen gegen Demonstranten zu

März 21, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele, Tibet

China hat inzwischen offiziell den Einsatz von Schusswaffen gegen die Demonstranten in Tibet zugegeben, zumeist unbewaffnete Mönche. Außerdem fährt die kommunistische Regierung im Ministaat die geballte Staatsmacht auf, um die Lage schnell in den Griff zu bekommen.

Während das offizielle China immer noch von drei Toten während der Aufstände spricht, steigen die Zahlen, die die Exilregierung nennt, inzwischen auf weit über hundert. Wie der Spiegel heute berichtet, befinden sich Tausende Soldaten in Militärkonvois auf den Weg nach Tibet, um die Provinz im Vorfeld der olympischen Spiele endgültig ruhig zu stellen. Nachdem Ende letzter Woche auch noch die letzten Journalisten ausgewießen wurden, fehlt inzwischen auch jegliche Berichterstattung aus der Region.

Und während Politiker und Offizielle weltweit darüber nachdenken, bei den olympischen Spielen der Eröffnungsveranstaltung fern zu bleiben, ist es wahrlich an der Zeit, mit einem vereinten Olympiaboykott der demokratischen Ländern ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, was der Rest der Welt vom Vorgehen Chinas hält.

Oder was meint Ihr? Ist es richtig, die olympischen Spiele zu boykottieren oder sollte man teilnehmen, da sich durch einen Boykott nichts ändert, vielmehr China nur unnötig provoziert wird. Kontroverse Meinung sind erwünscht.

China, Tibet, Olympia?

März 20, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele, Tibet

Spätestens seitdem Brad Pitt in Sieben Jahre in Tibet den Österreicher Heinrich Harrer gespielt hat, weiß jeder, dass Tibet 1950 von China überfallen wurde und seitdem die Militärherrschaft ertragen muss. Die Diktatoren in Peking sehen das natürlich anders und unterdrücken das Bergvolk seit fünf Jahrzehnten.

Dieses Jahr sollen also die Olympischen Spiele in Peking stattfinden und für die Machthaber in China ist das die große Chance, positive Anerkennung in der Welt zu erlangen. Schließlich bringt man das Land in der westlichen Welt derzeit hauptsächlich mit Gewalt, Unterdrückung, Todesstrafe, Produktpiraterie und Billiglohn in Verbindung. Dass man den Chinesen die Spiele gibt, war für mich von Anfang an eine Fehlentscheidung. Die Hoffnung, dass Olympia dem Land oder der Bevölkerung mehr Freiheit und Menschenrechte bringt, wird sich als Trugschluß erweisen. Die brutale Härte des Militärs gegen die Demonstranten in Lhasa zeigt einmal mehr, dass sich die chinesischen Machthaber um die Anliegen der demokratischen Welt nichts scheren. Stattdessen werden die Ausländer ausgewiesen, das Internet weiter zensiert und Demonstranten ermordet. Und um ja den Protesten während den Spielen keine Chance zu geben, ist auch bereits eine Zeitverzögerung bei der Ausstrahlung der Sportwettkämpfe beschlossen.

Ich denke, was derzeit in Tibet abgeht, wird nur der Anfang sein. Bis die Spiele wirklich starten, werden noch mehr Menschenrechtsgruppen Proteste starten. Konfliktpotential gibt es in dem Land auch anderswo genug. Auch wenn der Querdenker anderer Meinung ist, ich bin der Meinung, man muss einen Olympiaboykott offen diskutieren. Zwar sehe ich wenig Chancen, dass es soweit kommen wird, denn zu groß sind die Verstrickungen der Wirtschaft mit China und die Spiele selbst ein zu großes Kommerzspektakel. Keiner in den Geschäftsetagen möchte seinen Profit gefährden, nur um wirklich etwas für die Menschenrechte zu tun. Da bleibt man lieber beim erhoben Zeigefinger mit einem energischen “DuDuDu”. Da ist die Bevölkerung bei uns beruhigt und die Machthaber in China wissen, dass das nur alibimäßg für die Presse gemeint ist.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

NewsHQ
Off the record
Schulte-Web
Telagon

Startschuss

März 20, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein

In wenigen Monaten beginnen die olympischen Spiele und die ganze Welt schaut gespannt nach China. Friedliche Spiele sollen es werden, getragen vom olympischen Gedanken, die“ als Treffen der Jugend der Welt dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen“.

Die aktuellen Ereignisse in Tibet im Vorfeld der Olympiade zeigen aber, dass die chinesische Regierung unter Völkerverständigung wohl etwas anderes versteht, als wir Westeuropäer. Aufgrund der Verletzung von Menschenrechten bei der Niederschlagung der Aufstände stellt sich die Frage nach einem Boykott der olympischen Spiele, um auf diese Art und Weise zu zeigen, was die demokratische Welt vom Vorgehen Chinas hält. Aber spätestens hier scheiden sich die Geister, das Thema wird kontrovers diskutiert.

Vertreten die einen die Meinung, ein Boykott würde die Beziehungen mit China nur verkomplizieren und die Chinesen vor den Kopf stoßen, sind die anderen der Meinung, genau dies ist die richtige Möglichkeit, um China zu zeigen, dass die westliche Welt die Menschenrechtsverletzungen Chinas nicht einfach so hinnimmt.

Genau deshalb haben wir diesen Blog gestartet, zu dem sich mehrere Blogbetreiber zusammengefunden haben. Durch eine kontinuierliche Berichterstattung und die Bereitstellung von Informationen wollen wir zu einer kontroversen Diskussion  anregen, die den Leser  zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Weltmacht des 21. Jahrhunderts führt.

Thomas Hölzl - www.StoiBaer.de
Torsten Pinkert - www.Main-Blog.de