China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Der Sport ist doch nur Nebensache

August 08, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele

Heute werden die Olympischen Spiele also mit großem Tamtam bei der Eröffnungsfeier beginnen. Die chinesische Regierung wird eine gigantische Eröffnungsfeier präsentieren und ein paar Wochen versuchen, mit dem Glanz der Spiele über die vielen Probleme hinwegzutäuschen. Das IOC wird sich in dieser Zeit auf das konzentrieren, was ihr Hauptziel ist: Geld verdienen, wo es nur geht. Dazwischen dann die Sportler, die als Marionetten tanzen werden. Für viele Athleten sind die Spiele die einmalige Chance, ihrer Karriere die entscheidende Wende zu bescheren. Bei einem erfolgreichen Abschneiden winken lukrative Sponsorenverträge, da ist Kritik an China nicht unbedingt angebracht. Zwar sind auch die großen Sportartikelhersteller vordergründig an der Einhaltung der Menschenrechte interessiert, in Wirklichkeit lassen aber auch sie unter teilweise unmenschlichen Bedingungen für Hungerlöhne produzieren und brauchen gute Wirtschaftsbeziehungen mit China. Da wird es sich eine Firma A., N. oder P. gut überlegen, ob man Sportler unterstützt, die offen den eigenen Handelspartner kritisieren.

Waren es bei früheren Spielen immer Berichte über die Vorbereitungen der Sportler, kulturelle Besonderheiten des Landes oder das Leben der Bevölkerung, die die vorolympische Berichterstattung dominierten, so kam es mir diesmal vor als würde ich nur von Zensur und Protestaktionen hören. In fast jedem Fernsehbericht sah man irgendwann einen chinesischen Polizisten, der dem Kameramann sein Werkzeug nach unten drückte.

Achja, Sport wird es ja auch noch geben. Hatte man fast vergessen. Bei der diesjährigen Tour de France hat sich schon gezeigt, dass das breite Fernsehinteresse gewaltig nachgelassen hat. Die vielen Dopingfälle der letzten Jahre haben so manchen Zuschauer vertrieben. Gestern habe ich in einem TV-Bericht gesehen, dass es bereits 30 Dopingfälle bei qualifizierten Sportlern vor Olympia gab. Mehrere tausend Proben sollen die nächsten Wochen gemacht werden, die dann acht Jahren eingelagert, um später nochmals mit neuen Prüfverfahren ausgewertet werden zu können. Ich hoffe nur, man stellt sich schlauer an als seinerzeit bei Lance Armstrong. Von dem gibt es zwar sechs positive Proben, aber keine rechtliche Möglichkeit, ihm im Nachhinein zu sperren, bzw. die Titel abzuerkennen. 

Derweil wird unter vorgehaltener Hand schon gemunkelt, die Chinesen hätten für Olympia eigene Dopingpräperate entwickelt, die nach den Spielen wieder verschwinden werden. Schließlich kann man für Mittel, die keiner kennt auch keine Tests entwickeln. Viele chinesische Spitzensportler sah man bei den vorolympischen Wettkämpfen auch nicht. Die bereiteten sich lieber in Trainingscamps gezielt auf das Topereignis vor. Ausländische Dopingkontrolleure durften da teilweise nicht einmal auf das Trainingsgelände.

Und so freue ich mich dann lieber über eine Dana Abdulrazak. Eine Frau aus dem Iran, die über 100 Meter startet. Dazu dann die Sportler aus Papua-Neuguinea, Burkina Faso oder Vanuatu, die zwar keinen Blumentopf gewinnen werden, aber die die Spiele zu dem machen, was mich überhaupt dazu bewegt, den Fernseher einzuschalten. 

Und nein, ich lasse mich jetzt nicht über die Bloggerzensur des IOC, das Rumgeeiere unseres deutschen IOC-Vize oder die Internetzensur aus.

Beijing cheated about free web access

Juli 31, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Medien, Olympische Spiele

Ein Gastbeitrag von Larko

When the Chinese Olympic organizers promised that foreign journalists covering the games would have uncensored access to the Internet, I did not believe for a moment that this would actually happen. It was merely a lip service necessary to get their bid for the games approved. I am now being proven right: the Great Firewall of China curtails the Olympic media center.

Web sites like Amnesty International, Reporters Without Borders and Human Rights Watch are being blocked as well as a number of pro Tibetan sites and basically most contents critical of the pathetic rulers in Beijing. On this clip you can hear a Chinese Foreign Ministry spokesman spell out that sites related to Falun Gong are not going to be made accessible. The most outrageous statement is blaming some of the censored sites themselves for being off line. Just click on the links, folks, and see that they are on line.

Among many other sites all of Wordpress.com is being censored in China which is why this post can not be read there. Oddly enough, it is possible to post to Blogger in China but not to read Blogger blogs as Blogspot.com is filtered but Blogger.com is not. Totalitarian governments are as inconsistent as they are unreliable.

Granting the Olympic games to China was a huge mistake. The IOC apparently reasoned that the Olympics would prompt China to give in on the human rights issue but we have all way long seen the contrary. It turns out that the IOC themselves have had to give in, according to the BBC:

In an interview with the South China Morning Post, IOC press commission chairman Kevan Gosper apologised for inadvertently misleading journalists over unfettered internet access.

“I’m not backing off what I said. There will be full, open and free internet access during Games time to allow journalists to report on the Olympics,” he told the daily.

“But I have also been advised that some of the IOC officials had negotiated with the Chinese that some sensitive sites would be blocked.”

Which is another reminder that there is no point in bargaining with totalitarian rezimes as they never keep their promises and always tend to cheat.

Dicke Luft in Beijing

Juli 12, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

Ein Gastbeitrag von Henning Hünteler

Was als erstes auffällt, wenn man im Sommer aus dem Flugzeug in Beijing oder Shanghai steigt ist, dass chinesische Luft weiß ist. An den meisten Sommertagen sieht Beijing aus wie eine deutsche Stadt am frühen Herbstmorgen. Über der ganzen Stadt liegt ein weißer Schleier, der es nicht erlaubt weiter als 300 m zu sehen. Der Unterschied ist, dass die deutsche Herbstluft kalt und feucht ist, die chinesische warm und schwül. Kein Nebel liegt über der Stadt, sondern dichter, weißer Smog. Woher er kommt kann ich nicht sagen. Die Ursachen dürften vermutlich am fehlenden Wind im Sommer liegen, am enormen Stromverbrauch durch die vielen Klimaanlagen, Fabriken in und um die Stadt herum, den vielen Autos, der sorglosen Art mit Energie umzugehen. Diese Liste ließe sich wohl noch lange fortsetzen, aber eigentlich möchte ich mir nicht übermäßig Gedanken darüber machen, was ich da Tag für Tag einatme. Dabei ist der Smog gar nicht mal das schlimmste. Im Frühjahr bläst der Wind aus der nahe gelegenen Wüste Sand in die Stadt und die Luft färbt sich gelb. Knirschen in den Zähnen und eine feine Staubschicht auf der ganzen Stadt sind da wohl nur die harmloseren Auswirkungen.

Lies den Rest des Eintrages →

Gastautor Henning Hünteler

Juli 12, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein

Henning Hünteler lebt seit ca. einem Jahr in Beijing. Unter livinginchina.de berichtet er von Beginn an über seine Erlebnisse in China und kommentiert auch fleissig hier im Blog, für das er uns nun einen Gastbeitrag zur Verfügung stellt. Für den, der ihn noch nicht kennt, hier seine Selbstvorstellung:

Im vergangenen August bin ich in dieses wunderschöne Land gekommen um nicht nur die Sprache zu lernen sondern auch einen eigenen Eindruck des Landes und der Leute zu bekommen. Die Art zu leben und zu denken ist hier völlig anders und oft habe ich den Eindruck, dass so unverständlich unsere Art für die Chinesen ist, so unverständlich ist ihre Art für uns, unsere Medien, unsere Politiker.  Oft ärgere ich mich über Berichte und Aussagen, die eine völlige Ahnungslosigkeit und fehlende Sensibilität gegenüber China und seiner Menschen erkennen lassen.

Mittlerweile arbeite ich – immer noch in Peking – im Bereicht der Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Da mir das Thema Umweltschutz also zwangsweise am Herzen liegt möchte ich meine Eindrücke und Erfahrungen in diesem Bereich beschreiben. Es ist kein Klimabericht über China und auch kein allumfassender Bericht für Greenpeace. Es ist nur dass, was ich als Ausländer in China jeden Tag erlebe, er enthält keine Insiderinfos oder Ähnliches, also seht es mir nach, wenn ich über bestimmte bekannte Probleme wie Wasserverschmutzung, Hormonbehandlung von Masttieren oder Bleifarbe in Plastikpuppen nichts schreibe. Von diesen Dingen merke ich im täglichen Leben einfach nichts und kann auch nicht mehr dazu sagen, als in den Medien steht. Der folgende Beitrag auf www.chinawatchblog.despiegelt meine persönliche Einschätzung und Meinung wieder. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wer konstruktiv darüber diskutieren und/oder Fragen stellen möchte ist herzlich eingeladen.

China hält die Hand davor

Juli 08, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien

Keine kritische Recherche über Tibet, kein Interview mit einem Bürgerrechtler – nein es hätte nur ein Gespräch mit einem Experten an der Chinesischen Mauer über die Chinesische Mauer werden sollen. Trotz behördlicher Genehmigung wurde die Live-Übertragung durch Sicherheitskräfte beendet, live im Frühstücksfernsehen des ZDF. Na denn: Happy Olympia!

Zum Ansehen in der Mediathek vom ZDF.

via Vanity Care

Zunehmende Probleme vor Beginn der Spiele

Juli 02, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele

Nachdem wir hier im Blog schon ausführlich darüber diskutiert haben, ob die Spiele zu boykottieren sind oder nicht, scheint sich nun die Natur gegen die Spiele zu stemmen.

Über die Luftverschmutzung in Peking zu sprechen, kann ich mir an dieser Stelle wohl sparen, dies ist (inkl. der Gesundheitsrisiken für die Sportler) hinlänglich bekannt. Nun aber droht eine Algenplage die Segelwettbewerbe, sowie eine Heuschreckenplage die gesamten Spiele, zu beverhindern.

Ich schreibe aber an dieser Stelle nicht über diese Probleme, um in irgendeiner Form eventuelle Freude über möglicherweise verhinderte Spiele oder gesundheitliche Risiken für die Sportler auszudrücken. Mir geht es vielmehr um die Menschen vor Ort, die vor, während und auch nach den Spielen dort weiter leben werden (und müssen). Diese müssen die gravierenden Probleme mit der massiven Luftverschmutzung Tag für Tag ertragen, wenig Besserung in Sicht. Eventuell hätte man die Ressourcen, die man in den Ausbau der olympischen Infrastruktur milliardenweise steckt, in Maßnahmen investieren sollen, die die Probleme der eigenen Bevölkerung erträglicher gestalten.

Nur so ein Gedanke.

Die Republik China aka Taiwan

Mai 29, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein

Dieser Tage finden nach 13-Jähriger Pause wieder Gespräche zwischen ranghohen Vertretern der Volksrepublik China und Taiwans statt. Nach Angaben der chinesischen Staatsführung soll es sich um das ranghöchste Treffen seit 60 Jahren, also im Grunde seit der Trennung der Republiken handeln. Die letzte Annäherung war 1995 von seiten der Volksrepublik gestoppt worden, als der damalige taiwanesische Präsident einen Staatsbesuch in den USA absolvierte. China betrachtete das als Schritt in eine beabsichtigte  staatliche Unabhängigkeit Taiwans.

Nach Auffassung der Volksrepublik China ist Taiwan Bestandteil Festlandchinas und quasi illegal autonom. Dabei wurde Taiwan nie durch die Volksrepublik China kontrolliert. Nach Auffassung Taiwans, das man eigentlich korrekt als Republik China bezeichnen muss, ist Festlandchina integraler Bestandteil der Republik China. Verwirrend, oder?

Dabei ist die Sache im Grunde recht einfach. Als Ende der Vierziger des vergangenen Jahrhunderts absehbar wurde, dass die regierenden Kuomintang den Bürgerkrieg gegen die Kommunisten unter Mao verlieren würden, zogen sie sich nach Taiwan zurück, erkannten aber die Machtübernahme durch Mao und seine KP nicht als legitim an, sondern betrachteten sich weiterhin als einzige souveräne Vertretung Chinas. Bis in die Neunziger hinein, machte die Republik China Territorilaansprüche auf Festlandchina geltend. Erst im Zuge der Demokratisierung Taiwans wurde dieser Anspruch jedenfalls nicht mehr hörbar, sondern beschränkte sich auf das Territorium Taiwans. Die Volksrepublik China hingegen steht weiterhin auf den Standpunkt, Taiwan sei eine “abtrünnige Provinz”, obschon sie niemals unter Kontrolle der chinesischen Staatsregierung stand.

Soviel in Kürze zu diesem Thema. Mag sein, dass ich hier den einen oder anderen gut Informierten gelangweilt habe. Sicherlich weiß aber nicht jeder um dieses Dilemma. In den Medien wird schließlich stets nur von der “abtrünnigen Provinz”, sowie von “Abspaltung” gesprochen und nicht differenziert, dass es auch eine andere durchaus plausible Sichtweise auf die Problematik gibt.

Mieses Karma schuld an Erdbeben?

Mai 29, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein

Die arme Sharon Stone. Da philosophiert sie offenherzig vor sich hin, ob es nicht möglicherweise eine Strafe “Gottes”, sie nannte es Karma, weil sie offenbar eher dem Buddhismus zugeneigt ist, ist, dass China von mehreren Erdbeben getroffen wurde. Und schon wird sie angegriffen und muss sich für ihre “unangemessenen Worte” entschuldigen.

Dabei ist die Meinung, dass eigenes Handeln zu unmittelbaren Folgen des Schicksals führen wird durchaus weit verbreitet. Schon unsere Eltern sagten doch früher gern “Iss Deinen Teller leer, sonst wird es schlechtes Wetter geben.” Sowas prägt nachhaltig. Oder auch “Kleine Sünden bestraft der Herrgott sofort.” Welcher Spross des Bürgertums hat das noch nie gehört?

Im konkreten Fall kommt noch hinzu, dass es offenbar tatsächlich in der bäuerlichen Landbevölkerung Chinas einen tief verwurzelten Aberglauben gibt, der besagt, dass der Himmel jedes Mal, wenn eine Dynastie ihr himmlisches Mandat verspielt hat, ein Zeichen sendet. Tatsächlich starb kurz nach dem Ende der Beben von Tangshan 1976 Mao Tse-Tung und beendete damit die Mao-Dynastie. Auch hierzulande werden besonders die evengelikalen Freikirchen nicht müde, zu betonen, dass Naturkatastrophen stets Strafen Gottes für – na ja, eben – Gottlosigkeit sind und fordern bei jedem Anlass entsprechend zur Hinwendung, zum Worship auf.

Insofern liegt Frau Stone mit ihrer etwas unbedachten Äußerung nicht etwa im Abseits, sondern mitten in der öffentlichen Meinung, auch wenn die intellektuellen Eliten sowas nicht gern hören und die chinesischen Machthaber es spätestens seit 1976 ums Verrecken nicht hören wollen. Schauen wir mal, was passiert…

Helmut Schmidt bei Sandra Maischberger

Mai 22, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien

Aufgrund seiner zahlreichen Besuche im Land der Mitte gilt Helmut Schmidt als Chinaexperte. Am Dienstag war der Altbundeskanzler bei Sandra Maischberger zu Gast und wie immer wenn Besterbundeskanzlerallerzeiten im Fernsehen auftritt, verging die Sendung wie im Flug. Das Fazit seiner Aussagen war, dass er gegen jede Einmischung fremder Regierungen in die chinesische Innenpolitik ist. Auf die Frage nach den Menschenrechtsverletzungen antwortete er nur „Das ist doch deren Bier.“ Und würden wir seine Ratschläge befolgen, müßten wir wohl konsequenterweise dieses Blog abschalten.

Auch wenn er als Argument die gescheiterten Einmischungen im Irak und Ex-Jugoslavien sowie die nahezu unlösbare Situation in Afghanistan anführt, haben wir dennoch das Recht und die Pflicht uns in China einzumischen. Hätten wir keine so engen Wirtschaftsbeziehungen mit China, könnte man diese Vogel-Strauß-Taktik vielleicht durchgehen lassen. China verdient aber viel Geld mit uns und Deutschland lässt dort sehr viel (wenn auch billigst) produzieren. Da haben wir wohl schon das Recht, gewisse Standards und Wahrung von Menschenrechten zu verlangen.

Scheiß Dalai Lama?

Mai 19, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Tibet

Man kann ja vom Besuch des Dalai Lama halten, was man mag. Man kann es sinnvoll oder schädlich halten, wenn sich führende deutsche Politiker mit ihm treffen. Der Weg der stillen Diplomatie mag genauso seine Daseinsberechtigung haben, wie der offene Protest gegen das menschenrechtsverletzende Regime in Peking. Dass einer konservativ und wirtschaftsfreundlich geführten Regierung die Beziehungen zu China wichtiger sind als Menschenrechte in Tibet, ist auch kein großes Geheimnis. Nach der Schelte, die Fr. Merkel beim letzten Empfang des Dalai Lama aus dem Land der Mitte bekam, hatte sie diesmal das Glück, eine gute Ausrede zu haben. Klar könnte man jetzt auch fragen, was sie in Südamerika zu suchen hatte und warum sie einmal mehr nicht den zuständigen Aussenminister schickte. Da mögen wohl eher parteipolitische Gründe den Ausschlag gegeben haben, aber das ist ein anderes Thema. Auch bin ich der Meinung, dass man den Dalai Lama sehr wohl empfangen kann, wenn sogar die chinesische Führung wieder mit dessen Vertreter verhandelt.

Frau Merkel war also entschuldigt und trotzdem wäre es ihre Aufgabe gewesen, in der Öffentlichkeit einmal deutlich Stellung zu beziehen. Scheinbar gab es aber in der Koaliton eine halbseidene Absprache, den Dalai Lama nicht zu empfangen. Und so war die Taktik wohl aussitzen und zu warten, bis der Besuch vorbei ist. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul von der SPD hat das aber scheinbar niemand rechtzeitig mitgeteilt und so hat sie dem Dalai Lama in seinem Hotel einen Besuch abgestattet. Und was darauf dann als Reaktion kam, ist eigentlich nur noch peinlich. Als nämlich Kurt Beck meinte, “der Scheiß war nicht mehr rückgängig zu machen”, war das mehr als beschämend für jemanden, der seine Partei als Kanzlerkandidat in die nächste Bundestagswahl führen möchte. Von jemanden in seiner Positionen würde man ein wenig mehr Anstand und Respekt erwarten. Und wenn er dadurch seine eigene Partei erneut in die Defensive gedrängt sieht, bin ich mal gespannt, was wir in Zukunft noch hören werden, wenn mal wieder etwas gerade nicht in den Wahlkampf passt.