Helmut Schmidt bei Sandra Maischberger
Aufgrund seiner zahlreichen Besuche im Land der Mitte gilt Helmut Schmidt als Chinaexperte. Am Dienstag war der Altbundeskanzler bei Sandra Maischberger zu Gast und wie immer wenn Besterbundeskanzlerallerzeiten im Fernsehen auftritt, verging die Sendung wie im Flug. Das Fazit seiner Aussagen war, dass er gegen jede Einmischung fremder Regierungen in die chinesische Innenpolitik ist. Auf die Frage nach den Menschenrechtsverletzungen antwortete er nur „Das ist doch deren Bier.“ Und würden wir seine Ratschläge befolgen, müßten wir wohl konsequenterweise dieses Blog abschalten.
Auch wenn er als Argument die gescheiterten Einmischungen im Irak und Ex-Jugoslavien sowie die nahezu unlösbare Situation in Afghanistan anführt, haben wir dennoch das Recht und die Pflicht uns in China einzumischen. Hätten wir keine so engen Wirtschaftsbeziehungen mit China, könnte man diese Vogel-Strauß-Taktik vielleicht durchgehen lassen. China verdient aber viel Geld mit uns und Deutschland lässt dort sehr viel (wenn auch billigst) produzieren. Da haben wir wohl schon das Recht, gewisse Standards und Wahrung von Menschenrechten zu verlangen.

Mai 22nd, 2008 at 20:18
ach nur, weil wir geschäftliche beziehungen zu china haben, sollen wir uns einmischen dürfen?
Herr Schmidts Ansichten sind falsch und noch dazu menschenverachtend, wenn er behauptet, dass man sich nicht einmischen dürfe, weil das “deren bier sei”.
Menschenrechte sidn eben keine Bürgerrechte – sie geten bzw. sollten weltweit gelten und eben nicht von Land zu Land “unterschiedlich” interpretiert werden.
Mai 22nd, 2008 at 20:32
[...] Dienstag war Besterbundeskanzlerallerzeiten bei Sandra Maischberger und hat ein wenig über China erzählt. Dabei erwähnte er auch dass Deutschland nicht so tun dürfe, als hätte es die [...]
Mai 22nd, 2008 at 21:00
Diese Blog abschalten? Schmidt sagte (wie oben zitiert), dass sich Regierungen nicht in die Innenpolitik anderer Staaten einmischen sollten. Er sagte ebenso (oben nicht zitiert), dass sich alle anderen einmischen sollten, Journalisten oder Unternehmer etwa. Warum ist Schmidt diese Unterscheidung wichtig?
Mai 22nd, 2008 at 21:11
Auf SPON ist ein sehr interessantes Interview, dass genau diese Frage des Einmischens näher beleuchtet.
http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,554273,00.html
Mai 22nd, 2008 at 22:10
@RJ: Wenn die Medien bohren hat das bei weitem nicht die Tragweite, als wenn die Regierung das tut. Eine Krise zwischen den Ländern ist da eher unwahrscheinlich.
Mai 22nd, 2008 at 22:19
Danke für den Link zum Interview! Es ist sehr arrogant und zeigt, wie selbstverliebt diese Ex-Botschafter ist und dabei so falsch liegt. Ein Lesbefehl!
Mai 23rd, 2008 at 03:22
schon erschreckend wie verblendet ihr alle seid, wie im höhlengleichnis. der ex-botschaftler arrogant und selbstverliebt? fyi, der fette text ist vom arrogantem und respektlosem spiegel und nicht von dem typ. auf youtube gibt’s videos von dem wo er weniger gereizt ist.
Mai 23rd, 2008 at 11:24
Mit den Äusserungen in Bezug auf die USA hat er vollkommen recht. Aber dieser Mahbubani glaubt scheinbar noch immer an das Märchen vom guten König/Diktator. Bis auf wenige Fälle ging das immer schief, wir Deutschen wissen das am Besten.
Mai 27th, 2008 at 20:33
ich fand Herrn Schmitt zwar souverän, aber irgendwie wirkt er immer ein wenig arrogant oder überheblich (wo liegt eigentlich der Unterschied?)…
Mai 28th, 2008 at 10:40
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Politiker vom Prinzip der Gewaltlosigkeit (des Grundsatzes nach dem Motto “…wo deutsche Truppen im 2.Weltkrieg standen, ist jeglicher Einsatz der Bundeswehr undenkbar…”) und vom Prinzip der Nichteinmischung verabschiedet haben, nachdem die Supermacht USA nach dem Zusammenbruch im Osten kurz mal “gepfiffen” hat. Helmut Schmidt war ausgezeichnet! Schade, daß eine Politikergeneration faßt ausgestorben ist, die noch in der Lage war, geopolitisch über den Tellerrand hinwegzublicken….
Mai 30th, 2008 at 12:49
China hat eine völlig andere Bevölkerungsstruktur, Größenordnung, Kulturgeschichte und politische Verantwortung als Deutschland. Und die Menschen haben völlig andere Wichtigkeiten!
Was in diesem und für dieses Land wichtig ist, können wir überhaupt nicht beurteilen, aber wir geben uns besserwisserisch und wollen die Chinesen bevormunden.
Wer die asiatische Mentalität kennt weiß, dass es das Schlimmste ist, das Gesicht zu verlieren. Somit sind diese öffentlichen Bevormundungen uneffizient bis kontraproduktiv.
Was wir können ist, diesen Ländern bei ihrem Weg in die Zukunft mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, mehr und mehr Kontakte zu knüpfen. Chinesen lernen schnell.
Und eins ist sicher; das Gros der Asiaten hat andere Wichtigkeiten als wir und hätte schon längst seine Regierung zum Teufel gejagt, wenn sie mit der Politik total unzufrieden wären.
Warum reißen wir die Klappe nicht bei den amerikanischen Menschenrechtsverletzungen auf?
Ein Land, das auf dem gleichen Entwicklungsstand ist, wie wir?
Wie viel Menschen wurden und werden dort nach dubiosen Prozessen bis heute noch hingerichtet, zum Teil, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren? Haben wir die USA-Olympiade boykottiert?
Helmut Schmidt hat völlig Recht mit dem, was er bei Maischberger gesagt hat!
Er wirkt arrogant, weil er es sich gestattet, umsichtig zu denken, was in einer Zeit, wo sich die Masse in Deutschland das Sprechen ganzer Sätze abgewöhnt, eher ein Kompliment ist.
http://klar-text.over-blog.com/article-18559142.html
Und Helmut Schmidts Interwiev in der ZEIT:
http://www.zeit.de/2008/21/Tibet-China