Die Werkstation zeigt Flagge
DIE WERKSTATION ist ein Anbieter für Kiosksysteme und Info-Terminals. Via Spreeblick habe ich auf der Startseite des Unternehmens folgendes Statement entdeckt:
Die Werkstation zeigt Flagge
Mit brutaler Gewalt geht die chinesische Regierung gegen die Demonstranten in Tibet vor. Auch vor Frauen und Kindern macht das Militär keinen Halt. Wir haben daher beschlossen, keine in China hergestellten Produkte mehr einzusetzen – auch wenn dadurch Mehrkosten entstehen. Wir wissen wohl, dass das nur ein kleiner Beitrag ist – aber wir denken, dass dies wahrscheinlich die einzige Sprache ist, die die hohen Herren in China verstehen.
Mit der Firma hatte ich bereits geschäftlich zu tun und in den Produkten der Firma werden auch normale Standard-PCs und Displays verbaut. Wer schon jemals PCs assembliert hat und dafür Komponenten eingekauft hat, der kann einschätzen, dass es gar nicht so leicht ist, diese Maßnahme auch umzusetzten. Ein Großteil der Bauteile kommt mittlerweile aus China und bei der Bestellung im Großhandel ist das Herstellungsland kaum zu erfahren. Ein schwieriges Unterfangen also.
Nun könnte man das auch als Marketingaktion abtun, was ich persönlich in diesem Fall aber nicht glaube. Zwar wird sich das Unternehmen die nächsten Tage eines regen Medieninteresses erfreuen, doch da solche Kiosksysteme keine Produkte des täglichen Gebrauchs sind, dürfte das sicherlich nicht der Grund für die Entscheidung gewesen sein. Vielmehr zeigt es deutlich, dass es durchaus Firmen gibt, denen es nicht nur um den reinen Profit geht. Und vielleicht wird ja auch ein Stein ins Rollen gebracht, wenn sich noch mehr Firmen dieser Art des Protestes anschließen.

April 13th, 2008 at 07:23
Ich finde die Idee gut, aber schwer umzusetzen ist sie wirklich – Computer oder Bildschirme, die nicht teilweise aus China kommen, gibt es kaum.
April 13th, 2008 at 12:43
Ich würde wirklich gern auf dem Laufenden gehalten werden, wie es mit der Firma nun weitergeht. Ist ein China-Boykott im Technologie-Einkauf überhaupt möglich? Wie hoch sind die Mehrkosten? Findet die Firma weiterhin genug Abnehmer ihrer Produkte; soll heißen, sind die Kunden bereit, aus politischen Gründen teurere Produkte zu kaufen oder siegt am Ende doch – wie so oft – der Preis?