China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Artikel der Kategorie ‘Olympische Spiele’

Olympia und die Zensur

August 15, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien, Olympische Spiele 4 Kommentare →

Bekannterweise gibt es immer wieder Protestaktionen, die dann recht schnell von der Polizei beendet werden. Natürlich wollen die Protestierenden möglichst viel öffentliche Wirkung erreichen, bevor sie verhaftet werden. Während aber fast alle Fernsehsender seit Beginn der Spiele dazu übergegangen sind, nur noch Sport zu übertragen, gibt es auch ein paar akkreditierte Journalisten, die sich für das Geschehen rund um die Sportstätten interessieren. Wie gefährlich es sein kann, wenn man nur die Proteste filmt, macht das nachfolgende Video deutlich. Darin berichtet John Ray lediglich von einer Free Tibet Aktion und wird, ehe er sich versieht, selbst verhaftet – trotz Akkreditierung. Schöne Spiele noch!

Danke an Thorsten für den Link.

Soldaten in Windeln

August 15, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele Noch keine Kommentare →

Die Details zu den Eröffnungsfeiern werden immer bizarrer. Nach der Manipulation der TV-Aufnahmen und dem “Milli Vanili”-Effekt bei der Darbietung der “Ode ans Vaterland” durch die 7jährige Chinesin Lin Miaoke nun das nächste Highlight chinesischer Inszenierungskunst. Wie heute bei der ARD gesehen, mussten chinesische Soldaten 9! Stunden reglos in Kisten mit chinesischen Schriftzeichen ausharren, um diese dann wie von Zauberhand während der Eröffnung zu bewegen. Um das irgendwie auszuhalten, trugen die Soldaten Windeln, um ihre Notdurft irgendwie verrichten zu können.

Ohne Kommentar. Wie gut, das ich mir das nicht angesehen habe…

Zu häßlich für die Eröffnungsfeier

August 12, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele 9 Kommentare →

Mit ihrer «Ode ans Vaterland» hat die kleine Chinesin Lin Miaoke bei der Olympia-Eröffnungsfeier Millionen Landsleute und Fernsehzuschauer in aller Welt gerührt. Jetzt stellte sich heraus: Das sieben Jahre alte Mädchen bewegte beim Singen nur die Lippen. Die wirkliche Sängerin war den Organisatoren offenbar nicht hübsch genug.

via NZZ Online

Manipulierte TV-Aufnahmen der Eröffnungsfeier

August 10, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele 5 Kommentare →

Laut heise war ein Teil der TV-Aufnahmen von der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen in Peking nicht echt, sondern sind am Computer entstanden. Ein Angestellter der Video-Produktionsfirma hat wohl nicht dicht gehalten und so kam jetzt heraus, dass es sich um eine Computeranimationen handelte.

Der Sport ist doch nur Nebensache

August 08, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele Noch keine Kommentare →

Heute werden die Olympischen Spiele also mit großem Tamtam bei der Eröffnungsfeier beginnen. Die chinesische Regierung wird eine gigantische Eröffnungsfeier präsentieren und ein paar Wochen versuchen, mit dem Glanz der Spiele über die vielen Probleme hinwegzutäuschen. Das IOC wird sich in dieser Zeit auf das konzentrieren, was ihr Hauptziel ist: Geld verdienen, wo es nur geht. Dazwischen dann die Sportler, die als Marionetten tanzen werden. Für viele Athleten sind die Spiele die einmalige Chance, ihrer Karriere die entscheidende Wende zu bescheren. Bei einem erfolgreichen Abschneiden winken lukrative Sponsorenverträge, da ist Kritik an China nicht unbedingt angebracht. Zwar sind auch die großen Sportartikelhersteller vordergründig an der Einhaltung der Menschenrechte interessiert, in Wirklichkeit lassen aber auch sie unter teilweise unmenschlichen Bedingungen für Hungerlöhne produzieren und brauchen gute Wirtschaftsbeziehungen mit China. Da wird es sich eine Firma A., N. oder P. gut überlegen, ob man Sportler unterstützt, die offen den eigenen Handelspartner kritisieren.

Waren es bei früheren Spielen immer Berichte über die Vorbereitungen der Sportler, kulturelle Besonderheiten des Landes oder das Leben der Bevölkerung, die die vorolympische Berichterstattung dominierten, so kam es mir diesmal vor als würde ich nur von Zensur und Protestaktionen hören. In fast jedem Fernsehbericht sah man irgendwann einen chinesischen Polizisten, der dem Kameramann sein Werkzeug nach unten drückte.

Achja, Sport wird es ja auch noch geben. Hatte man fast vergessen. Bei der diesjährigen Tour de France hat sich schon gezeigt, dass das breite Fernsehinteresse gewaltig nachgelassen hat. Die vielen Dopingfälle der letzten Jahre haben so manchen Zuschauer vertrieben. Gestern habe ich in einem TV-Bericht gesehen, dass es bereits 30 Dopingfälle bei qualifizierten Sportlern vor Olympia gab. Mehrere tausend Proben sollen die nächsten Wochen gemacht werden, die dann acht Jahren eingelagert, um später nochmals mit neuen Prüfverfahren ausgewertet werden zu können. Ich hoffe nur, man stellt sich schlauer an als seinerzeit bei Lance Armstrong. Von dem gibt es zwar sechs positive Proben, aber keine rechtliche Möglichkeit, ihm im Nachhinein zu sperren, bzw. die Titel abzuerkennen. 

Derweil wird unter vorgehaltener Hand schon gemunkelt, die Chinesen hätten für Olympia eigene Dopingpräperate entwickelt, die nach den Spielen wieder verschwinden werden. Schließlich kann man für Mittel, die keiner kennt auch keine Tests entwickeln. Viele chinesische Spitzensportler sah man bei den vorolympischen Wettkämpfen auch nicht. Die bereiteten sich lieber in Trainingscamps gezielt auf das Topereignis vor. Ausländische Dopingkontrolleure durften da teilweise nicht einmal auf das Trainingsgelände.

Und so freue ich mich dann lieber über eine Dana Abdulrazak. Eine Frau aus dem Iran, die über 100 Meter startet. Dazu dann die Sportler aus Papua-Neuguinea, Burkina Faso oder Vanuatu, die zwar keinen Blumentopf gewinnen werden, aber die die Spiele zu dem machen, was mich überhaupt dazu bewegt, den Fernseher einzuschalten. 

Und nein, ich lasse mich jetzt nicht über die Bloggerzensur des IOC, das Rumgeeiere unseres deutschen IOC-Vize oder die Internetzensur aus.

Beijing cheated about free web access

Juli 31, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Medien, Olympische Spiele 4 Kommentare →

Ein Gastbeitrag von Larko

When the Chinese Olympic organizers promised that foreign journalists covering the games would have uncensored access to the Internet, I did not believe for a moment that this would actually happen. It was merely a lip service necessary to get their bid for the games approved. I am now being proven right: the Great Firewall of China curtails the Olympic media center.

Web sites like Amnesty International, Reporters Without Borders and Human Rights Watch are being blocked as well as a number of pro Tibetan sites and basically most contents critical of the pathetic rulers in Beijing. On this clip you can hear a Chinese Foreign Ministry spokesman spell out that sites related to Falun Gong are not going to be made accessible. The most outrageous statement is blaming some of the censored sites themselves for being off line. Just click on the links, folks, and see that they are on line.

Among many other sites all of Wordpress.com is being censored in China which is why this post can not be read there. Oddly enough, it is possible to post to Blogger in China but not to read Blogger blogs as Blogspot.com is filtered but Blogger.com is not. Totalitarian governments are as inconsistent as they are unreliable.

Granting the Olympic games to China was a huge mistake. The IOC apparently reasoned that the Olympics would prompt China to give in on the human rights issue but we have all way long seen the contrary. It turns out that the IOC themselves have had to give in, according to the BBC:

In an interview with the South China Morning Post, IOC press commission chairman Kevan Gosper apologised for inadvertently misleading journalists over unfettered internet access.

“I’m not backing off what I said. There will be full, open and free internet access during Games time to allow journalists to report on the Olympics,” he told the daily.

“But I have also been advised that some of the IOC officials had negotiated with the Chinese that some sensitive sites would be blocked.”

Which is another reminder that there is no point in bargaining with totalitarian rezimes as they never keep their promises and always tend to cheat.

Zunehmende Probleme vor Beginn der Spiele

Juli 02, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele 6 Kommentare →

Nachdem wir hier im Blog schon ausführlich darüber diskutiert haben, ob die Spiele zu boykottieren sind oder nicht, scheint sich nun die Natur gegen die Spiele zu stemmen.

Über die Luftverschmutzung in Peking zu sprechen, kann ich mir an dieser Stelle wohl sparen, dies ist (inkl. der Gesundheitsrisiken für die Sportler) hinlänglich bekannt. Nun aber droht eine Algenplage die Segelwettbewerbe, sowie eine Heuschreckenplage die gesamten Spiele, zu beverhindern.

Ich schreibe aber an dieser Stelle nicht über diese Probleme, um in irgendeiner Form eventuelle Freude über möglicherweise verhinderte Spiele oder gesundheitliche Risiken für die Sportler auszudrücken. Mir geht es vielmehr um die Menschen vor Ort, die vor, während und auch nach den Spielen dort weiter leben werden (und müssen). Diese müssen die gravierenden Probleme mit der massiven Luftverschmutzung Tag für Tag ertragen, wenig Besserung in Sicht. Eventuell hätte man die Ressourcen, die man in den Ausbau der olympischen Infrastruktur milliardenweise steckt, in Maßnahmen investieren sollen, die die Probleme der eigenen Bevölkerung erträglicher gestalten.

Nur so ein Gedanke.

Neun Finger für Tibet

Mai 05, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Olympische Spiele 1 Kommentar →

Logo 9fingersfortibet.comLogo 9fingersfortibet.comPolitischer Protest ist den Sportlern bei Olympia verboten. Marc Strotmann, der Kreativchef einer Münchner Werbeagentur, kam nun auf die Idee, wie die Sportler trotzdem ihre Solidarität zeigen können, ohne Represalien durch das IOC befürchten zu müssen. Und so einfach geht es:

Einfach beide Hände hoch halten. Daumen der rechten Hand einklappen. Das steht für die vier Buchstaben FREE. Die fünf Finger der anderen Hand stehen für TIBET.

Mehr Infos bei 9fingersfortibet.com.

Nachtrag: Marc Strotmann hat die Domain aufgegeben. Sie wurde von einem Domaingrabber übernommen.

Bei Jochen Gottwald gibt es dazu übrigens die passenden Shirts aus fairer und biologischer Produktion. 50% des Reinerlöses pro Shirt gehen an die TIBETER FAMILIEN HILFE.

Besonnenheit, Part 2

April 18, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 6 Kommentare →

Vorschnelles, unreflektiertes Handeln ist nichts, das man im Mediengeschehen gebrauchen kann. Besonnenheit ist in der Regel viel angebrachter. Würden unsere Leitmedien sich an diesen einfachen Grundsatz halten, bräuchten sie heute nicht reihenweise zu dementieren.

Dabei gebe ich zu, dass auch ich gestern ob der dpa-Meldung, dass alle ausländischen Studenten China zur Olympiade verlassen müssen, versucht war, spontan ein Pamphlet raus zu schießen. Bereits nach kurzer Recherche erschien mir aber die Faktenlage für ein derartig definitive Aussage zu schwammig. Obschon in deutschen Medien stets von “mehreren Universitäten und Diplomaten” gesprochen wurde, ließen sich nachhaltig bloß zwei Universitäten verifizieren, die – dann aber auch wieder nur angeblich – solche Aussagen getätigt haben wollten.

Schnell wurde aus der Schätzung des DAAD, “mehrere zehntausend ausländische Studenten” gebe es in China eine Faktenbehauptung. Klar, dass es dramatisch klingt, wenn man – wie die Süddeutsche- schreibt: “Im Juli und August müssen mehrere zehntausend ausländische Studenten China verlassen.” Nur wahrer wird es durch diese Dramatik leider nicht. Übrigens: Es gibt lediglich rund 1500 deutsche Studenten in China.

Heute wird nun also zurückgerudert. Und zwar, das ist das Interessante, im Prinzip unter Berufung auf die gleichen Quellen, insbesondere den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst). Von einer solchen Regelung sei nichts bekannt, ließ dieser verlauten. Wie es dazu kommen konnte, dass die dpa den Dienst zuvor mit der Angabe zitierte, dass im Sommer mehrere zehntausend ausländische Hochschüler China verlassen müssten, ist unklar. Der dpa wahrscheinlich nicht, mir schon.

Der Medienkrieg geht weiter…

Podcast Trackback auf Radio Fritz

April 16, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein, Medien, Olympische Spiele 2 Kommentare →

Die Sendung Trackback des Berliner Senders Fritz hat sich am Samstag unter anderem mit dem Thema Olympia beschäftigt. Es gab auch ein Interview mit Dieter zu den Ambitionen des Chinawatchblog.


Der Podcast hat rund 50 MB und Dieter ist ab 27:30 zu hören.