China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Artikel der Kategorie ‘Medien’

Politischer Hintergrund hinter Überfall auf TV-Team?

Dezember 04, 2008 Von: Torsten Kategorie: Medien 1 Kommentar →

Ein belgisches TV-Team, welches in China zu Recherchen für einen Dokumentationsfilm zum Welt-Aidstag unterwegs war, wurde in der Provinz Henan von mehreren Schlägern brutal zusammengeschlagen. Entsprechend einer Meldung des Clubs der Auslandskorrespondenten in China wurden die Journalisten von acht Schlägern aus ihrem Kleinbus auf die Straße gezerrt und dort zusammengeschlagen.

Die Journalisten vermuten hinter den Schlägern lokale Beamte, denen eine unabhängigen Berichterstattung über die Lage von Aidskranken in den chinesischen Provinzen ein Dorn im Auge ist. Die Schläger stahlen alles Videomaterial der Journalisten, Speicherkarten, Handies sowie Geld.

Bereits vor dem Vorfall sollen in der Nähe der gleichen Ortschaft bereits mehrere chinesische Journalisten sowie ein Aids-Aktivist geschlagen worden sein.

Die chinesische Regierung ihrerseits, wohl noch unter dem Eindruck der olympischen Spiele, kündigte eine Untersuchung des Vorfalles an.

via sueddeutsche.de

Olympia und die Zensur

August 15, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien, Olympische Spiele 4 Kommentare →

Bekannterweise gibt es immer wieder Protestaktionen, die dann recht schnell von der Polizei beendet werden. Natürlich wollen die Protestierenden möglichst viel öffentliche Wirkung erreichen, bevor sie verhaftet werden. Während aber fast alle Fernsehsender seit Beginn der Spiele dazu übergegangen sind, nur noch Sport zu übertragen, gibt es auch ein paar akkreditierte Journalisten, die sich für das Geschehen rund um die Sportstätten interessieren. Wie gefährlich es sein kann, wenn man nur die Proteste filmt, macht das nachfolgende Video deutlich. Darin berichtet John Ray lediglich von einer Free Tibet Aktion und wird, ehe er sich versieht, selbst verhaftet – trotz Akkreditierung. Schöne Spiele noch!

Danke an Thorsten für den Link.

Beijing cheated about free web access

Juli 31, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Medien, Olympische Spiele 4 Kommentare →

Ein Gastbeitrag von Larko

When the Chinese Olympic organizers promised that foreign journalists covering the games would have uncensored access to the Internet, I did not believe for a moment that this would actually happen. It was merely a lip service necessary to get their bid for the games approved. I am now being proven right: the Great Firewall of China curtails the Olympic media center.

Web sites like Amnesty International, Reporters Without Borders and Human Rights Watch are being blocked as well as a number of pro Tibetan sites and basically most contents critical of the pathetic rulers in Beijing. On this clip you can hear a Chinese Foreign Ministry spokesman spell out that sites related to Falun Gong are not going to be made accessible. The most outrageous statement is blaming some of the censored sites themselves for being off line. Just click on the links, folks, and see that they are on line.

Among many other sites all of WordPress.com is being censored in China which is why this post can not be read there. Oddly enough, it is possible to post to Blogger in China but not to read Blogger blogs as Blogspot.com is filtered but Blogger.com is not. Totalitarian governments are as inconsistent as they are unreliable.

Granting the Olympic games to China was a huge mistake. The IOC apparently reasoned that the Olympics would prompt China to give in on the human rights issue but we have all way long seen the contrary. It turns out that the IOC themselves have had to give in, according to the BBC:

In an interview with the South China Morning Post, IOC press commission chairman Kevan Gosper apologised for inadvertently misleading journalists over unfettered internet access.

“I’m not backing off what I said. There will be full, open and free internet access during Games time to allow journalists to report on the Olympics,” he told the daily.

“But I have also been advised that some of the IOC officials had negotiated with the Chinese that some sensitive sites would be blocked.”

Which is another reminder that there is no point in bargaining with totalitarian rezimes as they never keep their promises and always tend to cheat.

China hält die Hand davor

Juli 08, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien 3 Kommentare →

Keine kritische Recherche über Tibet, kein Interview mit einem Bürgerrechtler – nein es hätte nur ein Gespräch mit einem Experten an der Chinesischen Mauer über die Chinesische Mauer werden sollen. Trotz behördlicher Genehmigung wurde die Live-Übertragung durch Sicherheitskräfte beendet, live im Frühstücksfernsehen des ZDF. Na denn: Happy Olympia!

Zum Ansehen in der Mediathek vom ZDF.

via Vanity Care

Helmut Schmidt bei Sandra Maischberger

Mai 22, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien 11 Kommentare →

Aufgrund seiner zahlreichen Besuche im Land der Mitte gilt Helmut Schmidt als Chinaexperte. Am Dienstag war der Altbundeskanzler bei Sandra Maischberger zu Gast und wie immer wenn Besterbundeskanzlerallerzeiten im Fernsehen auftritt, verging die Sendung wie im Flug. Das Fazit seiner Aussagen war, dass er gegen jede Einmischung fremder Regierungen in die chinesische Innenpolitik ist. Auf die Frage nach den Menschenrechtsverletzungen antwortete er nur „Das ist doch deren Bier.“ Und würden wir seine Ratschläge befolgen, müßten wir wohl konsequenterweise dieses Blog abschalten.

Auch wenn er als Argument die gescheiterten Einmischungen im Irak und Ex-Jugoslavien sowie die nahezu unlösbare Situation in Afghanistan anführt, haben wir dennoch das Recht und die Pflicht uns in China einzumischen. Hätten wir keine so engen Wirtschaftsbeziehungen mit China, könnte man diese Vogel-Strauß-Taktik vielleicht durchgehen lassen. China verdient aber viel Geld mit uns und Deutschland lässt dort sehr viel (wenn auch billigst) produzieren. Da haben wir wohl schon das Recht, gewisse Standards und Wahrung von Menschenrechten zu verlangen.

SpOn und der Enterovirus 71

Mai 05, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien 5 Kommentare →

Schon der Header ist Unsinn. ““Kinder-Sars” breitet sich aus – schon 24 Todesfälle“. Erst im Verlaufe des Artikels räumt SpOn unterschwellig ein, dass es sich bei HFMD (Hand-Foot-Mouth-Disease) nicht um eine Unterart oder auch nur um ein entfernt verwandtes Virus der Lungenkrankheit Sars handelt. Es gibt absolut keinen sachlichen, schon gar nicht medizinischen Grund, HFMD mit Sars in Verbindung zu bringen.

SpOn aber legt noch einen drauf: “Chinas Behörden warnen vor einer neuen Epidemie, die sich ähnlich schnell und tödlich ausbreiten könnte wie einst die Atemwegserkrankung Sars.” Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Vielmehr ist HFMD eine weltweit verbreitet auftretende Virusinfektion, die in den allermeisten Fällen völlig komplikationslos verläuft. In der Regel ist der Spuk nach drei Tagen ohne Medikation wieder vorbei. In schweren Fällen werden Fiebersenker gegeben.

Noch einmal völlig falsch dann diese Aussage: “Die durch den bis dato unbekannten Coronavirus ausgelöste Krankheit der Atemwege hatte sich 2003 von Guangdong aus verbreitet und weltweit 774 Menschen das Leben gekostet.” Richtig ist vielmehr, dass Fälle von HFMD, die durch den E-71 ausgelöst wurden, weltweit seit 1969 auftreten. Unter den betroffenen Ländern waren die USA, Europa, Brasilien, Malaysia, Taiwan, die Malediven, Australien und Indien. Seit 2003 sind nicht etwa über 700 Menschen ums Leben gekommen, sondern runde 30. Der schwerste Ausbruch des Enterovirus 71 bislang wurde 1998 in Taiwan mit geschätzten 1,5 Millionen Infizierten und 78 Toten verzeichnet. Ein Jahr zuvor starben in Malaysia 34 Kinder an HFMD bzw. den sich daraus entwickelnden Komplikationen.

“Bedrohliche Entdeckung im südchinesischen Meer”

Mai 03, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien 3 Kommentare →

“Geheime Basis für Atom-U-Boote entdeckt” schreibt SpOn mit Datum 2. Mai 2008. Vermittels Bildmaterial von DigitalGlobe visualisiert der Spiegel ein Szenario der atomaren Bedrohung asiatischer Nachbarstaaten durch China. In einem “Areal wie aus einem James-Bond-Film”, was auch immer das heißen mag, ist mutmaßlich angeblich eine unterirdische Basis für bis zu 20 chinesische Atom-U-Boote entstanden.

Mag sein, dass es tatsächlich so ist. Mag sein, dass China an dieser Stelle seine U-Boot-Flotte zusammenziehen will. Mag sein. Neu jedoch und das würde ich eigentlich von einer Nachricht des 2. Mai 2008 erwarten, ist die Information nicht. Schon seit Jahren geistern Spekulationen über vermeintliche U-Boot-Basen Chinas durchs WWW. Die Bilder liefert stets DigitalGlobe.

Darüber kann man hier, hier und hier näheres erfahren.

Übrigens: Erinnert sich noch wer an die vermeintlichen Beweisbilder für Massenvernichtungswaffen im Irak? Wollt Ihr mal raten, wer die Fotos geliefert hat? Nee? Ich sag’s Euch: DigitalGlobe.

China-Watchblog bei politik-digital.de – Nachlese

Mai 01, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien Noch keine Kommentare →

Gestern durfte ich eine Stunde die Fragen in der Blogsprechstunde beantworten. Ein Teil der Fragen wurde bereits im Vorfeld gestellt und so konnte ich mich ein wenig vorbereiten. Der Großteil kam aber live rein und man kommt ganz schön ins Schwitzen, wenn man halbwegs flotte und vernünftige Antworten schreiben möchte. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung und vielleicht ergibt sich ja mal wieder etwas in der Art. Zum Nachlesen gibt es das Ganze im Chattranskript.

Brokkoli, Karotten und Tomaten

April 27, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Medien, Wirtschaft 5 Kommentare →

Ullrich Fichtner ist Reporter und hat seinen Dienstsitz in Paris. Für Spiegel Online berichtet er in der Rubrik Fichtners Tellergericht, was sich in Sachen Esskultur in Frankreich und dem Rest der Welt so tut. Der französische Fernsehsender M6 ist nach Fichtners Beschreibung eine Art Mischung aus RTL2 und Tele 5. Gestern kam aber wohl eine bemerkenswerte Reportage über die Wege, die Brokkoli, Karotten oder Tomaten nehmen, bis sie als Tiefkühlkost in den Supermärkten und in unseren Kochtöpfen landen.

Wie verlogen! Sich in Sachen China und Menschenrechte in die Brust werfen, aber klammheimlich von der Billigarbeit dort profitieren – die Chinesen schnippeln immerhin unser Tiefkühlgemüse.

Bleibt zu hoffen, dass diese Reportage auch mal bei einem deutschen Sender zu sehen sein wird. Bis dahin empfehle ich Fichtners Beitrag bei Spiegel Online.

China-Watchblog bei politik-digital.de

April 24, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien Noch keine Kommentare →

Nächste Woche Mittwoch von 19:00 – 20:00 Uhr bin ich zu Gast bei politik-digital.de*. In der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten, werde ich eine Stunde lang versuchen, den Fragen der Besucher Rede und Antwort zu stehen.

Werden die Olympischen Spiele in Peking wie geplant ablaufen? Wie soll sich der Westen gegenüber China verhalten? Ist die westliche Berichterstattung über China und Tibet zu einseitig?

*politik-digital.de ist eine Informations- und Kom­munikations­plattform zum Thema “Internet und Politik”. Sie wird allein vom Verein pol-di.net betrieben, der die Unabhängigkeit gewährleistet.