China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Artikel der Kategorie ‘Allgemein’

Mit dem Bulldozer in die muslimische Altstadt

Juli 20, 2009 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Rund 220 000 Uiguren sollen demnächst in sogenannte erdbebensichere Wohnblöcke umgesiedelt werden. Auf der Strecke bleibt dabei rund 85% der Stadt Kashgar in der westchinesischen Provinz Xinjiang. Der Erdbebenschutz dürfte dabei allerdings nur ein Vorwand sein. Vielmehr will man wohl etwas gegen die Aufständischen unternehmen, die sich in der verwinkelten Altstadt nicht so leicht verfolgen lassen, wie in modernen Wohnblöcken. Und so ist zu befürchten, dass erneut ein wertvoller Kulturschatz für kurzfristige politische Ziele zerstört wird. Mehr bei der NZZ

Eine neue Autorin: Katharina Brunner

September 24, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein Noch keine Kommentare →

Seit heute haben wir eine Neue im Team! Katharina Brunner hat nach dem Abitur neun Monate in China verbracht. Wieder in Deutschland arbeitet die Neu-Regensburgerin nun als freie Mitarbeiterin bei der Passauer Neuen Presse und diverse Onlinemedien. In Ihrem schafott.blog schreibt sie über Politik, Geschichte, Medien, Literatur und alles andere, das sie interessiert. Ihre Erfahrungen, die sie in China gemacht hat, bringt sie ab sofort bei uns mit ein. Willkommen im Team!

Dicke Luft in Beijing

Juli 12, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein, Wirtschaft 6 Kommentare →

Ein Gastbeitrag von Henning Hünteler

Was als erstes auffällt, wenn man im Sommer aus dem Flugzeug in Beijing oder Shanghai steigt ist, dass chinesische Luft weiß ist. An den meisten Sommertagen sieht Beijing aus wie eine deutsche Stadt am frühen Herbstmorgen. Über der ganzen Stadt liegt ein weißer Schleier, der es nicht erlaubt weiter als 300 m zu sehen. Der Unterschied ist, dass die deutsche Herbstluft kalt und feucht ist, die chinesische warm und schwül. Kein Nebel liegt über der Stadt, sondern dichter, weißer Smog. Woher er kommt kann ich nicht sagen. Die Ursachen dürften vermutlich am fehlenden Wind im Sommer liegen, am enormen Stromverbrauch durch die vielen Klimaanlagen, Fabriken in und um die Stadt herum, den vielen Autos, der sorglosen Art mit Energie umzugehen. Diese Liste ließe sich wohl noch lange fortsetzen, aber eigentlich möchte ich mir nicht übermäßig Gedanken darüber machen, was ich da Tag für Tag einatme. Dabei ist der Smog gar nicht mal das schlimmste. Im Frühjahr bläst der Wind aus der nahe gelegenen Wüste Sand in die Stadt und die Luft färbt sich gelb. Knirschen in den Zähnen und eine feine Staubschicht auf der ganzen Stadt sind da wohl nur die harmloseren Auswirkungen.

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Gastautor Henning Hünteler

Juli 12, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

Henning Hünteler lebt seit ca. einem Jahr in Beijing. Unter livinginchina.de berichtet er von Beginn an über seine Erlebnisse in China und kommentiert auch fleissig hier im Blog, für das er uns nun einen Gastbeitrag zur Verfügung stellt. Für den, der ihn noch nicht kennt, hier seine Selbstvorstellung:

Im vergangenen August bin ich in dieses wunderschöne Land gekommen um nicht nur die Sprache zu lernen sondern auch einen eigenen Eindruck des Landes und der Leute zu bekommen. Die Art zu leben und zu denken ist hier völlig anders und oft habe ich den Eindruck, dass so unverständlich unsere Art für die Chinesen ist, so unverständlich ist ihre Art für uns, unsere Medien, unsere Politiker.  Oft ärgere ich mich über Berichte und Aussagen, die eine völlige Ahnungslosigkeit und fehlende Sensibilität gegenüber China und seiner Menschen erkennen lassen.

Mittlerweile arbeite ich – immer noch in Peking – im Bereicht der Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Da mir das Thema Umweltschutz also zwangsweise am Herzen liegt möchte ich meine Eindrücke und Erfahrungen in diesem Bereich beschreiben. Es ist kein Klimabericht über China und auch kein allumfassender Bericht für Greenpeace. Es ist nur dass, was ich als Ausländer in China jeden Tag erlebe, er enthält keine Insiderinfos oder Ähnliches, also seht es mir nach, wenn ich über bestimmte bekannte Probleme wie Wasserverschmutzung, Hormonbehandlung von Masttieren oder Bleifarbe in Plastikpuppen nichts schreibe. Von diesen Dingen merke ich im täglichen Leben einfach nichts und kann auch nicht mehr dazu sagen, als in den Medien steht. Der folgende Beitrag auf www.chinawatchblog.despiegelt meine persönliche Einschätzung und Meinung wieder. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Wer konstruktiv darüber diskutieren und/oder Fragen stellen möchte ist herzlich eingeladen.

Die Republik China aka Taiwan

Mai 29, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein 11 Kommentare →

Dieser Tage finden nach 13-Jähriger Pause wieder Gespräche zwischen ranghohen Vertretern der Volksrepublik China und Taiwans statt. Nach Angaben der chinesischen Staatsführung soll es sich um das ranghöchste Treffen seit 60 Jahren, also im Grunde seit der Trennung der Republiken handeln. Die letzte Annäherung war 1995 von seiten der Volksrepublik gestoppt worden, als der damalige taiwanesische Präsident einen Staatsbesuch in den USA absolvierte. China betrachtete das als Schritt in eine beabsichtigte  staatliche Unabhängigkeit Taiwans.

Nach Auffassung der Volksrepublik China ist Taiwan Bestandteil Festlandchinas und quasi illegal autonom. Dabei wurde Taiwan nie durch die Volksrepublik China kontrolliert. Nach Auffassung Taiwans, das man eigentlich korrekt als Republik China bezeichnen muss, ist Festlandchina integraler Bestandteil der Republik China. Verwirrend, oder?

Dabei ist die Sache im Grunde recht einfach. Als Ende der Vierziger des vergangenen Jahrhunderts absehbar wurde, dass die regierenden Kuomintang den Bürgerkrieg gegen die Kommunisten unter Mao verlieren würden, zogen sie sich nach Taiwan zurück, erkannten aber die Machtübernahme durch Mao und seine KP nicht als legitim an, sondern betrachteten sich weiterhin als einzige souveräne Vertretung Chinas. Bis in die Neunziger hinein, machte die Republik China Territorilaansprüche auf Festlandchina geltend. Erst im Zuge der Demokratisierung Taiwans wurde dieser Anspruch jedenfalls nicht mehr hörbar, sondern beschränkte sich auf das Territorium Taiwans. Die Volksrepublik China hingegen steht weiterhin auf den Standpunkt, Taiwan sei eine “abtrünnige Provinz”, obschon sie niemals unter Kontrolle der chinesischen Staatsregierung stand.

Soviel in Kürze zu diesem Thema. Mag sein, dass ich hier den einen oder anderen gut Informierten gelangweilt habe. Sicherlich weiß aber nicht jeder um dieses Dilemma. In den Medien wird schließlich stets nur von der “abtrünnigen Provinz”, sowie von “Abspaltung” gesprochen und nicht differenziert, dass es auch eine andere durchaus plausible Sichtweise auf die Problematik gibt.

Mieses Karma schuld an Erdbeben?

Mai 29, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein 2 Kommentare →

Die arme Sharon Stone. Da philosophiert sie offenherzig vor sich hin, ob es nicht möglicherweise eine Strafe “Gottes”, sie nannte es Karma, weil sie offenbar eher dem Buddhismus zugeneigt ist, ist, dass China von mehreren Erdbeben getroffen wurde. Und schon wird sie angegriffen und muss sich für ihre “unangemessenen Worte” entschuldigen.

Dabei ist die Meinung, dass eigenes Handeln zu unmittelbaren Folgen des Schicksals führen wird durchaus weit verbreitet. Schon unsere Eltern sagten doch früher gern “Iss Deinen Teller leer, sonst wird es schlechtes Wetter geben.” Sowas prägt nachhaltig. Oder auch “Kleine Sünden bestraft der Herrgott sofort.” Welcher Spross des Bürgertums hat das noch nie gehört?

Im konkreten Fall kommt noch hinzu, dass es offenbar tatsächlich in der bäuerlichen Landbevölkerung Chinas einen tief verwurzelten Aberglauben gibt, der besagt, dass der Himmel jedes Mal, wenn eine Dynastie ihr himmlisches Mandat verspielt hat, ein Zeichen sendet. Tatsächlich starb kurz nach dem Ende der Beben von Tangshan 1976 Mao Tse-Tung und beendete damit die Mao-Dynastie. Auch hierzulande werden besonders die evengelikalen Freikirchen nicht müde, zu betonen, dass Naturkatastrophen stets Strafen Gottes für – na ja, eben – Gottlosigkeit sind und fordern bei jedem Anlass entsprechend zur Hinwendung, zum Worship auf.

Insofern liegt Frau Stone mit ihrer etwas unbedachten Äußerung nicht etwa im Abseits, sondern mitten in der öffentlichen Meinung, auch wenn die intellektuellen Eliten sowas nicht gern hören und die chinesischen Machthaber es spätestens seit 1976 ums Verrecken nicht hören wollen. Schauen wir mal, was passiert…

Helmut Schmidt bei Sandra Maischberger

Mai 22, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien 11 Kommentare →

Aufgrund seiner zahlreichen Besuche im Land der Mitte gilt Helmut Schmidt als Chinaexperte. Am Dienstag war der Altbundeskanzler bei Sandra Maischberger zu Gast und wie immer wenn Besterbundeskanzlerallerzeiten im Fernsehen auftritt, verging die Sendung wie im Flug. Das Fazit seiner Aussagen war, dass er gegen jede Einmischung fremder Regierungen in die chinesische Innenpolitik ist. Auf die Frage nach den Menschenrechtsverletzungen antwortete er nur „Das ist doch deren Bier.“ Und würden wir seine Ratschläge befolgen, müßten wir wohl konsequenterweise dieses Blog abschalten.

Auch wenn er als Argument die gescheiterten Einmischungen im Irak und Ex-Jugoslavien sowie die nahezu unlösbare Situation in Afghanistan anführt, haben wir dennoch das Recht und die Pflicht uns in China einzumischen. Hätten wir keine so engen Wirtschaftsbeziehungen mit China, könnte man diese Vogel-Strauß-Taktik vielleicht durchgehen lassen. China verdient aber viel Geld mit uns und Deutschland lässt dort sehr viel (wenn auch billigst) produzieren. Da haben wir wohl schon das Recht, gewisse Standards und Wahrung von Menschenrechten zu verlangen.

Scheiß Dalai Lama?

Mai 19, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Tibet 5 Kommentare →

Man kann ja vom Besuch des Dalai Lama halten, was man mag. Man kann es sinnvoll oder schädlich halten, wenn sich führende deutsche Politiker mit ihm treffen. Der Weg der stillen Diplomatie mag genauso seine Daseinsberechtigung haben, wie der offene Protest gegen das menschenrechtsverletzende Regime in Peking. Dass einer konservativ und wirtschaftsfreundlich geführten Regierung die Beziehungen zu China wichtiger sind als Menschenrechte in Tibet, ist auch kein großes Geheimnis. Nach der Schelte, die Fr. Merkel beim letzten Empfang des Dalai Lama aus dem Land der Mitte bekam, hatte sie diesmal das Glück, eine gute Ausrede zu haben. Klar könnte man jetzt auch fragen, was sie in Südamerika zu suchen hatte und warum sie einmal mehr nicht den zuständigen Aussenminister schickte. Da mögen wohl eher parteipolitische Gründe den Ausschlag gegeben haben, aber das ist ein anderes Thema. Auch bin ich der Meinung, dass man den Dalai Lama sehr wohl empfangen kann, wenn sogar die chinesische Führung wieder mit dessen Vertreter verhandelt.

Frau Merkel war also entschuldigt und trotzdem wäre es ihre Aufgabe gewesen, in der Öffentlichkeit einmal deutlich Stellung zu beziehen. Scheinbar gab es aber in der Koaliton eine halbseidene Absprache, den Dalai Lama nicht zu empfangen. Und so war die Taktik wohl aussitzen und zu warten, bis der Besuch vorbei ist. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul von der SPD hat das aber scheinbar niemand rechtzeitig mitgeteilt und so hat sie dem Dalai Lama in seinem Hotel einen Besuch abgestattet. Und was darauf dann als Reaktion kam, ist eigentlich nur noch peinlich. Als nämlich Kurt Beck meinte, “der Scheiß war nicht mehr rückgängig zu machen”, war das mehr als beschämend für jemanden, der seine Partei als Kanzlerkandidat in die nächste Bundestagswahl führen möchte. Von jemanden in seiner Positionen würde man ein wenig mehr Anstand und Respekt erwarten. Und wenn er dadurch seine eigene Partei erneut in die Defensive gedrängt sieht, bin ich mal gespannt, was wir in Zukunft noch hören werden, wenn mal wieder etwas gerade nicht in den Wahlkampf passt.

China-Watchblog bei politik-digital.de

April 24, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien Noch keine Kommentare →

Nächste Woche Mittwoch von 19:00 – 20:00 Uhr bin ich zu Gast bei politik-digital.de*. In der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten, werde ich eine Stunde lang versuchen, den Fragen der Besucher Rede und Antwort zu stehen.

Werden die Olympischen Spiele in Peking wie geplant ablaufen? Wie soll sich der Westen gegenüber China verhalten? Ist die westliche Berichterstattung über China und Tibet zu einseitig?

*politik-digital.de ist eine Informations- und Kom­munikations­plattform zum Thema “Internet und Politik”. Sie wird allein vom Verein pol-di.net betrieben, der die Unabhängigkeit gewährleistet.

Gastautor Jochen Gottwald

April 22, 2008 Von: China Watchblog Kategorie: Allgemein 1 Kommentar →

Jochen Gottwald ist Inhaber der Firma The Fashion rEvolution, die unter dem Markennamen “better” seit Juli 2007 Arbeitskleidung, Promotionwear und Merchandisingtextilien aus Biobaumwolle und fairem Handel vertreibt. Mittlerweile gibt es auch für den Endkunden die ersten biofairen Polos, ab Juni 2008 die ersten T-Shirts.

Vielen ist er und sein Blog noch durch seine Petition gegen das Olympiaschutzgesetz in Erinnerung, die er als Folge der Abmahnung gegen das Saftblog von Kirstin Walther startete. In seinem heutigen Beitrag Menschenrechtsverletzungen in China geht er auf die Rolle ein, die multinationale Konzerne in diesem Zusammenhang spielen.