Die arme Sharon Stone. Da philosophiert sie offenherzig vor sich hin, ob es nicht möglicherweise eine Strafe “Gottes”, sie nannte es Karma, weil sie offenbar eher dem Buddhismus zugeneigt ist, ist, dass China von mehreren Erdbeben getroffen wurde. Und schon wird sie angegriffen und muss sich für ihre “unangemessenen Worte” entschuldigen.
Dabei ist die Meinung, dass eigenes Handeln zu unmittelbaren Folgen des Schicksals führen wird durchaus weit verbreitet. Schon unsere Eltern sagten doch früher gern “Iss Deinen Teller leer, sonst wird es schlechtes Wetter geben.” Sowas prägt nachhaltig. Oder auch “Kleine Sünden bestraft der Herrgott sofort.” Welcher Spross des Bürgertums hat das noch nie gehört?
Im konkreten Fall kommt noch hinzu, dass es offenbar tatsächlich in der bäuerlichen Landbevölkerung Chinas einen tief verwurzelten Aberglauben gibt, der besagt, dass der Himmel jedes Mal, wenn eine Dynastie ihr himmlisches Mandat verspielt hat, ein Zeichen sendet. Tatsächlich starb kurz nach dem Ende der Beben von Tangshan 1976 Mao Tse-Tung und beendete damit die Mao-Dynastie. Auch hierzulande werden besonders die evengelikalen Freikirchen nicht müde, zu betonen, dass Naturkatastrophen stets Strafen Gottes für – na ja, eben – Gottlosigkeit sind und fordern bei jedem Anlass entsprechend zur Hinwendung, zum Worship auf.
Insofern liegt Frau Stone mit ihrer etwas unbedachten Äußerung nicht etwa im Abseits, sondern mitten in der öffentlichen Meinung, auch wenn die intellektuellen Eliten sowas nicht gern hören und die chinesischen Machthaber es spätestens seit 1976 ums Verrecken nicht hören wollen. Schauen wir mal, was passiert…