attac-Demo bei der adidas-Hauptversammlung
Fast alle großen deutschen Sport- und Bekleidungshersteller (Trigema mit dem charismatischen Geschäftsführer Wolfgang Grupp bildet hier wohl die Ausnahme) produzieren eine Großteil ihrer Waren in China. Am Bekanntesten ist wohl die Firma adidas aus Herzogenaurach, die heute ihre Hauptversammlung in der Stadthalle Fürth abhält. Um die eintreffenden Aktionäre an ihre moralische Verantwortung erinnern, ruft attac Nürnberg heute ab 9:30 Uhr zu einer Demonstration vor dem Eingang der Halle auf.
Wie wichtig es ist, ein Bewußtsein in der Öffentlichkeit für die Verstrickungen der deutschen Wirtschaft in Lohndumping und Ausbeutung zu schaffen, zeigen auch gerade die Aussagen von adidas-Chef Herbert Hainer. Laut ihm will adidas bis 2010 in der Volksrepublik über eine Milliarde Euro umsetzen. Gleichzeitig wies er aber jede Forderung zurück, sich zu Menschenrechtsfragen in China äußern zu müssen.

Mai 12th, 2008 at 19:25
Letztlich sollte es noch jedem einzelnen überlassen sein, ob er sich – zu welcher Frage auch immer – äußert. Welche Reaktionen das hervorruft, das muss derjenige schon selbst aushalten. Niemand ist verpflichtet, die Meinung, die er hat, auch öffentlich zu äußern. Im Übrigen tut das auch niemand in der deutschen Politik. Wir wissen alle, dass der Dalai Lama-Besuch bei Angela Merkel ein Feigenblatt ist und war. Anderenfalls würde die Bundeskanzlerin der deutschen Wirtschaft wohl viel stärker, als sie das bisang tat, ins Gewissen reden. Somit wird auch plausibel, weshalb einzelne aus der deutschen Wirtschaft sich nicht äußern. Ich empfehle auch das Interview mit Herbert Hainer im Spiegel 19/2008:
http://www.spiegel.de/international/business/0,1518,552033,0...
Es entlarvt niemanden, es stellt die Realtität so dar, wie sie nun mal ist, was nicht heißt, dass man das nicht kritisieren sollte.