Abwandernde Firmen
Kaum eine größere Firma, die derzeit nicht auf den chinesischen Markt drängt. Alle wollen sie am Kuchen teilhaben und den größtmöglichen Gewinn machen. Die Kehrseite der Medaillie zeigt Rudolf Weiler auf. Der Geschäftsführer der Digisound-Electronic GmbH aus Norderstedt war einer der ersten, der in China investiert hat. In einem Interview mit T-Online erklärt er, warum er sein Engagement in China beendet und warum er deutschen Unternehmen zur Vorsicht rät.
Wir werden von vorne bis hinten kopiert. Es ist neben unserer gemeinsamen Fabrikation eine Art parallele Fertigungshalle entstanden. Dort werden tatsächlich alle Produktionsanlagen kopiert und die Arbeitsabläufe nachgeahmt. Dabei werden sämtliche Verträge gebrochen, die überhaupt zu brechen sind. Schlimm daran ist, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Die Chinesen werden immer radikaler, wenn es darum geht, ihre Chancen zu nutzen.
[...]
Wichtig ist außerdem ein Konzept, mit dem man spätestens nach drei Jahren die Investitionen wieder raus hat und das in den folgenden zwei Jahren gute Gewinne beschert. Spätestens dann wird der chinesische Partner versuchen, Sie mit den eigenen Konstruktionen vom Markt zu verdrängen. [...] Das hat mit geltenden Steuervergünstigungen zu tun. Nach fünf Jahren sind alle Fristen abgelaufen und die chinesische Seite ist nicht mehr auf den deutschen Partner angewiesen. Das ist genügend Zeit, um das nötige Wissen für Kopien zu sammeln. Fünf Jahre – da können Sie die Uhr nach stellen.

August 23rd, 2008 at 07:04
Klar hat er recht. Aber das es trotzdem erfolgreich geht, haben genug andere Firmen vorgemacht. (VW ist seit über 20 Jahren hier und verkauft Auto um Auto). IP ist ein grossen Problem für ausländische Firmen in China. Aber davor wird nicht erst seit gestern gewarnt und anderen Firmen gelingt es (mehr oder weniger gut) sich dagegen zu wehren. Im Nachhinein ist es natürlich leicht das eigene Versagen den Chinesen in die Schuhe zu schieben.
September 12th, 2008 at 09:15
[...] im Auftrag der Globalisierung. Und es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Unternehmen China den Rücken kehrt, entweder weil es die Bespitzelung satt hat oder dem Tross der Heuschrecken in ein noch [...]
Oktober 22nd, 2008 at 11:44
Hallo,
also ich finde nicht das wir keinerlei Recht haben uns über chinesische Moral und Ethik zu erregen. Wer China (bzw. die dortigen Sitten und Gepflogenheiten) kennt, der weiss welch große Ehre einem zuteil wird, wenn man ihn oder seine Produkte kopiert. Zeugt dies doch von Respekt und Anerkennung der Güte wie Qualität.
Auf der anderen Seite würde mich mal interessieren wie viele Arbeitsplätze Herr R. Weiler in Deutschland vernichtet hat. Arbeitsplätze wohl gemerkt, die er ohne die von Deutschen Steuerzahlern geschaffene Infrastruktur gar nicht hätte realisieren können.
Wenn es nicht so arg national klingen würde müsste man feststellen, dass es sich hier eigentlich um einen billigen jammernden und wimmernden Nestbeschmutzer handelt…
Gruß
Februar 8th, 2009 at 18:00
Ganz richtig, Rudolf W. hat seit 15Jahren nichts mehr in Deutschland produziert, dafür aber Milionen aus den Werken in China herausgezogen. Ein chinesischer Partner will auch nur finanziellen Erfolg, wird dieser nicht geteilt, so sucht ein Chinese sich einen neuen Partner. Die Frage bleibt, wem gehört eine Produktentwicklung bei einem JV. Herr Rudolf W. sieht es eben genau wir die Großindustrie und China das Entwicklungsland, welches man ausbeuten kann und wenn das nicht mehr geht, dann meckert man. Leider fragt hier keiner nach Moral und die absolute Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Februar 6th, 2010 at 16:09
Sicher ist, dass ein China Engagement langfristig von der Perspektive und d kurzfristig vom Geld her betrachtet werden muss. Dann macht China Sinn.