China-Watchblog

Eine Diktatur unter Beobachtung
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Artikel der Kategorie April, 2008

Die Werkstation zeigt Flagge

April 13, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Tibet, Wirtschaft 2 Kommentare →

DIE WERKSTATION ist ein Anbieter für Kiosksysteme und Info-Terminals. Via Spreeblick habe ich auf der Startseite des Unternehmens folgendes Statement entdeckt:

Die Werkstation zeigt Flagge 

Mit brutaler Gewalt geht die chinesische Regierung gegen die Demonstranten in Tibet vor. Auch vor Frauen und Kindern macht das Militär keinen Halt. Wir haben daher beschlossen, keine in China hergestellten Produkte mehr einzusetzen – auch wenn dadurch Mehrkosten entstehen. Wir wissen wohl, dass das nur ein kleiner Beitrag ist – aber wir denken, dass dies wahrscheinlich die einzige Sprache ist, die die hohen Herren in China verstehen.

Mit der Firma hatte ich bereits geschäftlich zu tun und in den Produkten der Firma werden auch normale Standard-PCs und Displays verbaut. Wer schon jemals PCs assembliert hat und dafür Komponenten eingekauft hat, der kann einschätzen, dass es gar nicht so leicht ist, diese Maßnahme auch umzusetzten. Ein Großteil der Bauteile kommt mittlerweile aus China und bei der Bestellung im Großhandel ist das Herstellungsland kaum zu erfahren. Ein schwieriges Unterfangen also.

Nun könnte man das auch als Marketingaktion abtun, was ich persönlich in diesem Fall aber nicht glaube. Zwar wird sich das Unternehmen die nächsten Tage eines regen Medieninteresses erfreuen, doch da solche Kiosksysteme keine Produkte des täglichen Gebrauchs sind, dürfte das sicherlich nicht der Grund für die Entscheidung gewesen sein. Vielmehr zeigt es deutlich, dass es durchaus Firmen gibt, denen es nicht nur um den reinen Profit geht. Und vielleicht wird ja auch ein Stein ins Rollen gebracht, wenn sich noch mehr Firmen dieser Art des Protestes anschließen.

Warum ein Boykott gar nicht so leicht ist

April 12, 2008 Von: StoiBär Kategorie: Allgemein, Medien Noch keine Kommentare →

Um die Diskussion mal ein wenig entspannter zu gestalten, möchte ich Euch auf diesen Podcast hinweisen.

China-Watchblog bei Radio Fritz – Trackback

April 12, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Allgemein, Olympische Spiele Noch keine Kommentare →

Heute abend ab 19 Uhr das Radio oder den Livestream einschalten. Trackback beschäftigt sich mit dem Thema Olympia. Und neben den Netzathleten und den Reportern ohne Grenzen kommen auch die China-Watchblogger zu Wort.

Besonnenheit und Mäßigung

April 11, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 9 Kommentare →

Mit dem Background einer westlichen Erziehung und randgefüllt mit teils sogar überzogenen Vorstellungen, wie persönliche Freiheitsrechte ausgestaltet sein müssen, lässt sich China im Handumdrehen in Bausch und Bogen verdammen. Sehr schnell sind die Befürworter der olympischen Spiele 2008 mit Regimetreuen gleichgesetzt und die Pro-Tibet-Aktivisten gehen weitgehend kritiklos als das personifizierte Gute durch. So einfach sollte man sich jedoch weder die eine, noch die andere Beurteilung machen.

Die Befürworter der olympischen Spiele sind, soweit es sich um im Ausland lebende, beispielsweise studierende Chinesen handelt, vermutlich in ihrer absoluten Überzahl einfach Menschen, die sich darüber freuen, dass die Spiele in ihrem Heimatland stattfinden. Das ist in keiner Weise inakzeptabel, noch sonstwie kritikwürdig. Es ist vielmehr zutiefst verständlich.

Auch die Überzeugung, dass man die Spiele nicht mit politischen Fragestellungen vermischen sollte, ist nicht ungewöhnlich. Besonders dann nicht, wenn man bedenkt, dass die Trennung scheinbar homogen zu betrachtender Vorgänge und Abläufe auch im Westen seit langem Usus ist. Ich erinnere beispielhaft an den Friedensnobelpreis für Jasir Arafat.

Die Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele oder besser die vermeintlichen Gegner der Spiele an dem gegebenen Austragungsort sind indes ebenfalls nicht in Gänze von moralisch-ethisch einwandfreien Motivationen und eben solchen Verhaltensweisen geprägt. Die durchaus deutlich gewaltsamen Protestaktionen im Rahmen des Fackellaufes, auch wenn man gern die Reinheit der Zielsetzung befürworten will (sich dabei aber irren könnte), können nach westlichen Vorstellungen von angemessener, demokratischer Meinungsäußerung keinesfalls als akzeptables Mittel zum Zweck durchgehen.

Insbesondere die körperlichen Übergriffe auf die paralympische Fechterin Jin Jing, die in Paris die Fackel im Rollstuhl sitzend trug, sind auf das Schwerste zu verurteilen. Demonstranten hatten – letztlich erfolglos – versucht, der Behinderten die Fackel gewaltsam zu entreißen und sie dabei an Gesicht und Beinen verletzt. In China wird Jin Jing deshalb als Heldin verehrt. Die Staatsmedien bezeichnen sie als den “lächelnden Engel im Rollstuhl” und nutzen den Vorfall gezielt zur Propaganda. Zu Recht, möchte ich anfügen, wenn auch sicherlich in dieser Hinsicht offenbar übertrieben wird, wobei sich Frau Jing stets sehr gemäßigt und menschlich äußert. Westliche Medien haben den Vorfall in der Regel nicht einmal aufgegriffen.

Resetted man seinen bisherigen Meinungsmesser bezogen auf Peking 2008 einmal und denkt neu über das Thema nach, stellt man relativ schnell fest, dass hier mindestens ein Medienkrieg zu beginnen, wenn nicht gar in vollem Gange zu sein scheint. Geführt mit allem, was Medien widerlich macht. Falsche Berichterstattung, wie diejenige über die mindestens 1,90 Meter großen Mordmaschinen in den blauweißen Trainingsanzügen mit den mysteriösen Gürteltaschen, weglassende Berichterstattung, wie das Ignorieren der Übergriffe auf eine behinderte Sportlerin. Auf der chinesischen Seite dann die völlige Überhöhung desselben Vorfalles, die religiös-motivierte Rhetorik mit Begriffen wie Blasphemie oder die Schmähung westlicher Zeitungen als “Goebbels Nazi-Medien“.

Es ist selbst für klar denkende Westeuropäer mit einigermaßen scharfem Verstand schwer, sich dieser Manipulationsmaschinerie nachhaltig besonnen zu widersetzen. Gelogen wird immerhin auf beiden Seiten. Wie so häufig liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Dafür spricht zumindest die Statistik.

Diese Betrachtung ist nicht ganz risikolos, kann sie doch falsch sein. Aber sie erlaubt uns wenigstens ein Festhalten an Kardinaltugenden. So bleibt man bei alldem Mensch.

Gesicherte Meldungen und berechtigte Vermutungen

April 10, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 6 Kommentare →

Zuerst die Meinung: Der gestrige Fackellauf in San Francisco wird als Kapitulation der westlichen Freiheitsrechte gegen die chinesische Menschenrechtspolitik in die Geschichte eingehen. Mit größerer Feigheit hätte man dem Problem nicht entgegen treten können. Anstatt den Fackellauf heimlich durch mehrere, quasi menschenleere Stadtteile zu leiten und die Abschlussfeier abzusagen, wäre eine Gesamtabsage ehrlicher gewesen. Ein Versteckspiel mit dem olympischen Feuer zu veranstalten ist in jeder Hinsicht unwürdig.

Jetzt die gesicherten Meldungen. Nachdem der Lauf planmäßig gestartet war, lief der erste Läufer in eine Lagerhalle. Von dort fuhr eine Motorradeskorte los, der Fackelträger ward aber nicht mehr gesehen. In ungefähr zwei Kilometer Entfernung wurde die Flamme dann dem nächsten Läufer übergeben. Die ursprünglich rund 10 Kilometer lange Route wurde um rund die Hälfte verkürzt, die Abschlussfeier wurde abgesagt und die Fackel wurde am Ende des Laufes direkt zum Flughafen gebracht. Über die massive Änderung der Route wurden nicht nur Demonstranten nicht informiert, sondern auch keinerlei Medienvertreter. Es gibt entsprechend nahezu keine Bilder des gloriosen Fackellaufes durch San Francisco.

Den pro-tibetischen Demonstrantengruppen entlang des Embarcadero stand eine überraschend große Zahl pro-chinesischer Demonstranten gegenüber. Laut San Francisco Chronicle stellten die pro-chinesischen Demonstranten das größte Kontingent. Nanu? Die Antwort ist einfach:

The largest contingent was made up of Chinese supporters who lined police barricades for several blocks north and south of the Ferry Building with billowing red flags. Several said they had been bused in by the Chinese government or sports groups. Nearly 400 people gathered near Pier 39, including five busloads of torch supporters who said they had been brought in from Sacramento by the Chinese Consulate and a cultural group, the Organization of Chinese Americans. The Northern California Chinese Cultural Athletics Federation brought 20 buses with more than 1,000 people from the South Bay and East Bay. [Quelle: San Francisco Chronicle, heutige Ausgabe]

Für alle des Englischen weniger Mächtigen in Kurzform. Das Kontingent war deshalb so groß, weil die chinesische Regierung über das Konsulat und diesem nahestehende Verbände dafür gesorgt hatte, dass Dutzende Busladungen Regierungstreuer aus dem Umland an den Ort des Geschehens transportiert wurden.

Jetzt eine berechtigte Vermutung. Die China-Unterstützer waren offenbar vorher gebrieft worden, (jetzt das Warum) denn sie gingen nach Ankunft sofort in die Ketten. So benutzten sie ihre in überraschend großen Stückzahlen vorhandenen Flaggen als Schlagwaffen gegen die pro-tibetische Symbolik wie Banner und Fahnen und zeigten sich verbal höchst aggressiv gegen die Chinakritiker. Offenbar wollte man für das chinesische Staatsfernsehen Bilder des Überwiegens der pro-chinesischen “Volkesmeinung” produziert wissen.

Wieder ein Fakt. Zumindest in der Nähe des Veranstaltungsortes der geplanten Abschlussfeier ließ die örtliche Polizei keinerlei pro-tibetische Demonstranten zu. Diese wurden sozusagen deportiert, wie beispielswiese Katherine Strickland, eine Einwohnerin San Franciscos, deren Vergehen darin bestand ein Schild mit der Aufschrift “Boycott China” hochzuhalten.

“I thought we were free to demonstrate on the street in San Francisco,” she said.

So kann man sich irren.

Reduzierte Berichterstattung

April 09, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 5 Kommentare →

Ich will das wirklich nicht auswalzen oder überbewerten. Allerdings ist mir in den letzten Tagen in der Berichterstattung vor allem deutscher, aber auch internationaler Medien aufgefallen, dass die medialen Aussagen eher schwammig, jedenfalls diffus bleiben.

  • Die Demonstrantenzahlen werden stets mit einigen Hundert oder einigen Tausend angegeben. Bei jedem anderen Event wird krampfhaft versucht genau zu schätzen. Wieso nicht in diesem Fall? Weil die Zahl sonst zu hoch wäre?
  • Im Original englischsprachige Aussagen werden verharmlosend übersetzt. So hat beispielsweise in Deutschland keine Zeitung die Aussagen der chinesischen Offiziellen zur “heiligen Flamme” und zur “Gotteslästerung” wortgleich gemeldet. Warum nicht? Warum will man anscheinend die religiös-radikal motivierte Wortwahl verschleiern?
  • Eine 14-Jährige hat ihre Teilnahme am heutigen Fackellauf in San Francisco aus nachvollziehbarer Angst abgesagt. Gemeldet wurde in deutschen Medien, ein Läufer hätte aus Sicherheitsgründen seine Teilnahme gecancelt. Dabei wäre doch sicherlich die Altersangabe wichtig für die Einordnung der Bedeutsamkeit des Vorgangs gewesen. (Update: Noch zwei weitere Teilnehmer haben abgesagt. Näheres weiß ich dazu noch nicht.)
  • Zur Stunde läuft der Fackellauf in San Francisco. Weder deutsche, noch amerikanische Medien berichten synchron von den Geschehnissen vor Ort. Man muss Blogs nutzen, um zu erfahren, dass in SF offenbar chinesische Offizielle Pro-Demonstranten mit Bussen in die Region karren lassen. Außerdem erfährt man auf diese Weise auch, dass es entgegen den bisherigen Aussagen der Stadtverwaltung San Franciscos große abgesperrte Bereiche des Weges gibt, in denen sich ausschließlich pro-chinesische Demonstranten aufhalten dürfen. Hmm.

So ist sie, die Welt der konventionellen Medien.

Bedenklich, aber bedenkenswert

April 09, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Menschenrechte, Olympische Spiele, Tibet 4 Kommentare →

Es ist sicherlich nicht übertrieben, zu konstatieren, dass in den westlichen Staaten die Diskussion um einen generellen Olympia-Boykott an Lautstärke und Vehemenz gewinnt. Auch ich habe mich in den letzten Wochen teils recht eindeutig in dieser Frage positioniert.

Vielleicht sollte man aber doch das Augenmerk, abseits jeglicher moralisch-ethischer Grundsätzlichkeit, auf die tatsächlichen und potenziellen Opfer des Pekinger Regimes richten. Soeben berichten die internationalen Medien darüber, dass es einer Gruppe von bis zu 50 tibetischen Mönchen erneut gelungen ist, Kontakt zu einer Journalistendelegation aufzunehmen, die sich auf einer von der chinesischen Regierung organisierten Reise befindet. Zum zweiten Male innerhalb von zwei Wochen gelingt es also betroffenen Tibetern ihr Anliegen im Land an die noch spärlich vertretene internationale Presse zu transportieren.

Käme es nun zu einem Boykott der Spiele, und wenn auch nur in der bereits diskutierten Form, dass keine Berichterstattung erfolgen würde, mithin also auch kaum ausländische Journalisten ins Land reisten, wären diese Kontakte schlichtweg nicht mehr möglich. Im anderen Falle würden Tausende von Journalisten aus dem Ausland einreisen und hätten die bisher nie dagewesene Möglichkeit, statt sich allein auf die Sportberichterstattung zu konzentrieren, die Zustände im Land zu dokumentieren, den Betroffenen eine Stimme zu geben.

Durch die Vielzahl der Berichterstatter könnte sich eine Lautstärke entwickeln, die es im besten Falle auf Dauer unmöglich machte, das chinesische Menschenrechtsdebakel zu verschweigen. Könnte das nicht die chinesische Ausführung von “Wir sind das Volk!” werden?

Proteste während des Fackellaufs zeigen Wirkung

April 08, 2008 Von: Torsten Kategorie: Olympische Spiele 3 Kommentare →

Bereits in London und Paris wurde der Fackellauf empfindlich gestört und hat die Demonstrationen und China-Proteste wieder vermehrt ins Bewusstsein der – zumindest westlichen – Welt gerufen. Insbesondere in Frankreich zeigte der Protest Wirkung, was sich auch am dreimaligen erlöschen des olympischen Feuers eindrucksvoll dokumentierte. Und auch die blau-weiß bekleideten Fackelbeschützerbegleiter konnten nichts dagegen tun.

Nun, bevor es zur nächsten Station nach Amerika geht und auch dort bereits massive Proteste angekündigt wurden, wird an offizieller Stelle über einen Abbruch des Fackellaufs diskutiert. So jedenfalls ein Statment von Jacques Rogge, seines Zeichens IOC-Chef.

Das nächste Zeichen also.

Wahrnehmungsstörungen

April 08, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 10 Kommentare →

Die Fackelläufe in London und Paris sind bereits in die Geschichte eingegangen. Es steht zu erwarten, dass weitere massive Protestaktionen in westlichen Nationen stattfinden werden. In San Francisco bringen sich die Demonstranten bereits in Stellung…

Verständlicherweise reagiert die chinesische Führung nicht mit Sympathie auf diese deutlichen Bekundungen der Stimmung in der westlichen Bevölkerung. Entsprechend sind Begriffe wie “Sabotage” zumindest akzeptabel. Man weiß ja schließlich, wer es sagt;)

Nun aber versteigen sich die chinesischen Offiziellen, sowie deren staatliche Verkündigungsorgane vollends. Chinesische Zeitungen wie die “Global Times” melden “Frankreich hat die heilige Flamme nicht beschützt!” und legen nach “Die Welt hat den irrationalen Extremismus von Teilen des Westens … gesehen.” Sun Weide, der Sprecher des chinesischen Organisationskommittees, bezeichnete die Demonstrationen gar als “Blasphemie“.

Das olympische Feuer als heilig und Demonstrationen gegen den Fackellauf als Gotteslästerung zu bezeichnen, würde man nüchtern als Wahrnehmungsstörung einstufen und vergessen. Damit würde man aber wohl die Intention Chinas missdeuten. Eine derart religiös motivierte Wortwahl kann nur das Ziel haben, die öffentliche Meinung in China weiter zu radikalisieren und lässt keinerlei Spielraum für Hoffnungen auf eine Wende in der chinesischen Menschenrechtspolitik.

Aber auch im Westen gibt es Offizielle, die in ihrer Wahrnehmung der Vorgänge eingetrübt sind. Kevan Gosper, Pressechef des IOC, äußerte, er sei “verzweifelt enttäuscht” über die Vorkommnisse. Nach seiner Auffassung haben die Demonstranten damit massiv ihrer eigenen Sache geschadet. Kein Wort darüber, dass es auch dem Schutz der Symbolkraft der olympischen Fackel dienen könnte, wenn man diese versucht, davor zu bewahren, dass sie in ein totalitäres, an Völkermorden zumindest mittelbar beteiligtes Regime getragen wird.

Ich wünschte mir, dies würde gelingen…

Die blauen Jungs

April 07, 2008 Von: Dieter Petereit Kategorie: Medien, Olympische Spiele 6 Kommentare →

Die chinesische Regierung überlässt nichts dem Zufall. Als am gestrigen Sonntag das olympische Feuer unter massiven Protesten durch London getragen wurde, traten erstmals offizielle “Fackelbegleiter” des chinesischen olympischen Kommittees in Erscheinung. Insgesamt über 20 Herren in blau-weißen Anzügen mit Olympia-Kennzeichnung begleiteten den Fackellauf, indem sie einen menschlichen Schutzring um den jeweiligen Fackelträger bildeten und sich dabei, wie die Personenschützer hoher Politiker per Knopf im Ohr untereinander verständigten.

Noch immer herrscht Unklarheit über den Status dieser ungewöhnlichen Sicherheitstruppe. Selbst die Londoner Offiziellen können bis zur Stunde keine definitive Aussage treffen. Klar ist, dass die “Fackelbegleiter” keinerlei hoheitliche Gewaltbefugnisse hatten, was angesichts des Umstandes, dass der Fackellauf durch London ging, niemanden wirklich überraschen dürfte. Klar ist weiterhin, dass die “Blue Boys”, wie die englische Presse sie nennt, Teil der offiziellen chinesischen Delegation sind, die das olympische Feuer auf allen Wegteilen begleitet.

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